Terrorwelle

Tschad verhängt Notstand wegen Boko Haram

Die aus Nigeria stammenden Terroristen haben zuletzt mehrere Selbstmordanschläge im Tschad verübt.

N‘Djamena - Die Regierung des Tschad hat im Kampf gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram in der Region an der nigerianischen Grenze den Notstand verhängt. Die Notstandsgesetzgebung soll zum Beispiel Durchsuchungen von Häusern erleichtern, um aus Nigeria eingereiste Terroristen oder Waffen zu entdecken, wie Informationsminister Hassan Sylla Bakari am Montag erklärte.

Zudem könne der Gouverneur der Region am Tschadsee nunmehr Versammlungsverbote erlassen oder den Verkehr einschränken.

Die aus Nigeria stammenden sunnitischen Fundamentalisten der Boko Haram haben zuletzt mehrere Selbstmordanschläge im Tschad verübt. Die tschadischen Streitkräfte beteiligen sich seit dem Frühjahr federführend an der Bekämpfung von Boko Haram. Obwohl die Terroristen nunmehr militärisch stark geschwächt seien, gehe von ihnen doch weiter Gefahr für die Zivilbevölkerung aus, vor allem durch die kaum zu verhindernde Taktik der Selbstmordanschläge, sagte der Minister.

Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe in Nigeria und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten sind seit 2009 mindestens 14.000 Menschen ums Leben gekommen. (APA/dpa)

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