Conti stemmt sich mit Erfolg gegen schwächeres Marktumfeld in China

Hannover (APA/dpa) - Billige Rohstoffe im Reifengeschäft helfen dem Autozulieferer Continental vorerst über den Durchhänger in China hinweg....

Hannover (APA/dpa) - Billige Rohstoffe im Reifengeschäft helfen dem Autozulieferer Continental vorerst über den Durchhänger in China hinweg. Bis Ende des Jahres soll es aber auf dem wichtigen Markt im Reich der Mitte auch wieder bergauf gehen, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer am Montag. Das Schlussquartal sei unter anderem wegen starker Winterreifen-Verkäufe gut angelaufen.

Anleger hatten sich jedoch schon im dritten Quartal noch mehr erhofft, weshalb die Conti-Aktie gut fünf Prozent einbüßte und DAX-Schlusslicht war.

Im Jahresvergleich glänzen die Kennzahlen; Umsatz und Gewinn legten abermals zu. Doch sowohl im Reifen- und Kunststoffteilegeschäft als auch in der Zuliefersparte hatten sich Analysten etwas mehr erhofft.

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen, einem der größten Conti-Kunden, hat keine Spuren in der Quartalsbilanz hinterlassen. Die Manipulationen im VW-Konzern waren jedoch auch erst Mitte September bekanntgeworden.

Conti gehört neben Konkurrenten wie Bosch zu den weltgrößten Autozulieferern und ist einer der größten VW-Partner. Schäfer sagte, dass Dieselmotoren technisch aufwendiger seien und damit tendenziell auch mehr Umsatz und Ertrag brächten. Da es bei Benzinmotoren aber auch den Trend gebe, mit zusätzlicher Technik wie Turboladern die gleiche oder mehr Leistung trotz sinkender Hubräume zu realisieren (Downsizing), sei das Ottomotorengeschäft in Summe für Conti nicht zwangsläufiger weniger interessant als bei Dieseln.

Auch für China rechnet Schäfer mit Erholung. Für das vierte Quartal erwartet er ein Wachstum der Autoproduktion um drei bis vier Prozent - nachdem Chinas Neuzulassungen im dritten Quartal stagniert hatten.

Auf Dauer will sich der Konzern aber generell unabhängiger von der Autobranche machen. Der Umsatzanteil des Geschäfts als Erstausrüster der Autohersteller soll von derzeit etwa 70 auf 60 Prozent sinken.

Allerdings lief es gerade hier bei der Konzerntochter Contitech im dritten Quartal schlecht. Schließungen zahlreicher Minen und schwächere Geschäfte mit Teilen für die Ölförderung bremsten die Nachfrage nach Industrieprodukten wie Transportbändern und Schläuchen. Weltweit werde es deshalb weitere Anpassungen bei den Kapazitäten von Contitech geben. Nach der angekündigten Schließung eines Werks in Salzgitter und Jobabbau in Gifhorn sollen sich Kürzungen laut Schäfer aber auf andere Regionen konzentrieren.

Rückstellungen für die Werkschließung in Salzgitter belasteten im dritten Quartal den Gewinn mit knapp 14 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Conti 635,7 Millionen Euro. Das sind zwar 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber deutlich weniger als erwartet. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 9,62 Milliarden Euro.

In den ersten neun Monaten verdiente der Dax-Konzern unter dem Strich rund 2,1 Milliarden Euro - etwa 16 Prozent Plus gegenüber 2014. Das Unternehmen zählt inzwischen 208.138 Mitarbeiter weltweit (ohne Azubis). Das sind binnen Jahresfrist fast 20.000 zusätzliche Stellen.

~ ISIN DE0005439004 WEB http://www.conti-online.com ~ APA504 2015-11-09/19:58