Fußball: Niersbach trat wegen WM-Affäre 3 - Beckenbauer gefordert

Frankfurt am Main (APA/dpa) - DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat im Zuge der WM-Affäre umfassende Antworten von Franz Beckenbauer geforde...

Frankfurt am Main (APA/dpa) - DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat im Zuge der WM-Affäre umfassende Antworten von Franz Beckenbauer gefordert. Es sei „höchste Zeit“, dass der damalige Präsident des Organisationskomitees Stellung beziehe, sagte Koch am Montag im ZDF. „Wir haben die Bitte, dass er sich intensiver einbringt in die Aufklärung der Vorgänge.“

Der 70-Jährige könne erklären, was damals genau passiert sei, betonte Koch. „Das ist auch die große Bitte der gesamten Spitze des DFB, diese Fragen zu beantworten.“ Beckenbauer hatte vor zwei Wochen vor den externen DFB-Ermittlern ausgesagt, danach zwar einen „Fehler“ eingeräumt, aber zumindest öffentlich viele Fragen offen gelassen.

„Es gibt zur Minute keinen Anhaltspunkt, dass die WM tatsächlich gekauft worden ist“, meinte Koch. Dennoch deutete er erneut an, dass bei den Untersuchungen der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer weitere Erkenntnisse aufgetaucht seien. „Wir wollen uns nicht mehr auf die Frage des Verbleibs der 6,7 Millionen Euro beschränken, wir wollen uns intensiv mit der Frage beschäftigen: Was ist bei der Vergabe der WM 2006 passiert?“, sagte Koch. Es gebe „eine Reihe von Gründen“, zu untersuchen, „was der DFB gemacht hat rund um die Vergabe der WM im Jahr 2000.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass bei den internen Ermittlungen im DFB ein brisantes Schriftstück gefunden worden sei. Dabei soll es sich um einen Entwurf für einen Vertrag handeln, der im Jahr der WM-Vergabe 2000 abgeschlossen werden sollte. Dieser Kontrakt mit einem Mitglied der FIFA-Exekutive soll nach Informationen der „SZ“ (Dienstag) diesem möglicherweise Vorteile verschafft haben. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hatte sich damals mit 12:11 Stimmen für Deutschland und gegen Südafrika entschieden.