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Deutscher Energieriese E.ON mit 5 Mrd. Euro Verlust

E.ON-Kraftwerk Irsching (Symbolfoto).
© E.ON

Der größte deutsche Energiekonzern EON spaltet seine traditionellen Bereiche Kohle und Gas ab.

Frankfurt, Düsseldorf – Der Energiekonzern E.ON ist einem Bericht des deutschen Handelsblatt zufolge in den ersten neun Monaten 2015 tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen werde am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts für die ersten drei Quartale einen Nettoverlust von mehr als fünf Milliarden Euro ausweisen, so die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise.

Demnach werde der Fehlbetrag mit Wertberichtigungen in der konventionellen Stromproduktion – also bei den Kohle- und Gaskraftwerken – in einer Höhe von mehr als acht Milliarden Euro begründet.

Ein Grund für die Probleme bei E.ON, das gilt aber auch für die anderen großen Stromkonzernen in Deutschland, ist der Boom bei Wind- und Solarenergie. Dieser führt zu einem enormen Verdrängungswettbewerb, entsprechend dramatisch fallen die Preise im Stromgroßhandel. Binnen vier Jahren hat sich der Preis für eine Megawattstunde von 60 auf knapp unter 30 Euro halbiert.

E.ON gab bereits Ende April 2015 den Umzug des Firmensitzes mit den Kernsparten erneuerbare Energie, Netze und Kundendienstleistungen nach Essen bekannt. Außerdem wurde die Spaltung des Unternehmens mit der neu zu gründenden Gesellschaft Uniper für die Sparte Stromerzeugung (mit den Kern- und Kohlekraftwerken) und Energiehandel sowie Exploration mit Sitz in Düsseldorf mitgeteilt. E.ON behält 40.000 Mitarbeiter und die neue Uniper 15.000 Mitarbeiter.

Bei E.ON bleiben das Ökostromgeschäft, die Strom- und Gasnetze, Energiedienstleitungen und - entgegen ursprünglichen Plänen - auch die Atomkraftwerke. Die Atommeiler sollen in die neue Tochter PreussenElektra gebündelt werden. Damit hält sich E.ON die Möglichkeit offen, die Meiler mitsamt der mitsamt der milliardenschweren Rückstellungen in eine Atomfonds oder eine Atomstiftung einzubringen.

E.ON hatte bereits im September für das laufende Quartal Wertberichtigungen im höheren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich angekündigt. Im Gesamtjahr drohe ein Verlust in der Größenordnung eines „mittleren einstelligen Milliardenbetrags“. 2014 hatte der Versorger bereits einen Fehlbetrag von 3,16 Mrd. Euro eingefahren - den bis dato höchsten in der Konzerngeschichte. (APA, Reuters)

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