Gesellschaft

Rassismusstreit in den USA: Uni-Präsident und Kanzler treten zurück

Wochenlang gab es in den vergangenen Wochen Studenten-Proteste gegen Rassismus an der Uni.
© REUTERS

Studentenvertreter hatten den Leitern der Universität bei wochenlangen Protesten vorgeworfen, nichts gegen Rassismus am Campus zu unternehmen.

Washington – Nach einem Streit über Rassismus auf dem Campus sind an der US-Universität von Missouri in Columbia sowohl der Präsident als auch der Kanzler zurückgetreten. Studierende hatten der Universitätsleitung vorgeworfen, zu wenig gegen die Diskriminierung Schwarzer auf dem Universitätsgelände zu tun, wie der Sender CNN am Dienstag berichtete. So seien offen rassistische Verunglimpfungen geduldet worden.

Um den Präsidenten Tim Wolfe zum Rücktritt zu zwingen, hatte die Studierendenvertretung wochenlang Protest organisiert;zuletzt war der schwarze Student und Aktivist Jonathan Butler in den Hungerstreik getreten.

Ausschlaggebend für Wolfes Entscheidung soll die Drohung des Football-Teams gewesen sein, nicht mehr zu spielen, bis Butler seinen Hungerstreik beendet habe. Die Absage eines bevorstehenden Spiels hätte die Universität eine Million Dollar (930.000 Euro) gekostet.

Bei seinem Rücktritt am Montag hatte Wolfe die „volle Verantwortung für die Nachlässigkeit“ übernommen und Mitglieder der Universität aufgerufen, sich die Probleme der anderen anzuhören. Man solle aufhören, sich gegenseitig einzuschüchtern. „Nutzt meinen Rücktritt zur Heilung und fangt wieder an, miteinander zu reden.“ Nur wenige Stunden später trat auch Kanzler R. Bowen Loftin zurück. (dpa)

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