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BAWAG schrieb bis September 22 Prozent mehr Gewinn

Bawag-Quartalsbericht: Für 2015 werde unverändert ein Nettogewinn von mehr als 400 Millionen Euro erwartet.
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Nettogewinn liegt bei 320 Mio. Euro. Bawag-Chef sieht Bankenmarkt in einer Übergangsphase.

Wien – Die Bawag hat ihren Gewinn in den ersten drei Quartalen dank Kosteneinsparungen und sinkender Vorsorgen für faule Kredite gesteigert. Unter dem Strich legte der Gewinn um 21,6 Prozent auf 320,3 Millionen Euro zu, wie das mehrheitlich dem Finanzinvestor Cerberus gehörende Institut heute mitteilte. Die Risikokosten schrumpften infolge einer allgemeinen Verbesserung der Kreditqualität in den Kerngeschäftsfeldern um 40,2 Prozent auf 31,2 Millionen Euro.

Die steigenden Gewinne stärkten auch die Kapitalausstattung der Bank. Die bei den Aufsehern viel beachtete harte Kernkapitalquote stieg per Ende September auf 14,9 Prozent nach 12,1 Prozent Ende 2014. An dem Ziel für das Gesamtjahr hält die Bank fest: 2015 werde unverändert ein Nettogewinn von mehr als 400 Millionen Euro erwartet.

Die Bawag behält im Quartalsbericht ihre Politik bei: Keine Angaben zum kolportierten Interesse an einer Übernahme der Bank-Austria-Privatkundensparte. Keine Angaben zu Versuchen des Hauptaktionärs Cerberus, die Bawag zu verkaufen. BankchBawaef Byron Haynes schreibt nur allgemein: Er sehe im aktuell sehr bewegten Bankenmarkt historische Möglichkeiten für sein Haus.

„Wir sind überzeugt, dass sich die europäische Bankenlandschaft derzeit stark im Umbruch befindet.“ Stagnierendes Wachstum, niedrige Zinssätze, steigende regulatorische Kosten, strukturell ineffiziente Geschäftsmodelle sowie der Markteintritt von „Fintechs“ brächten die klassischen Bankgeschäftsmodelle unter Druck, schreibt Haynes im Zwischenbericht.

Man sehe während dieser Übergangsphase interessante Geschäftsmöglichkeiten und sei bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen und die sich bietenden einzigartigen Chancen zu nutzen, so Haynes.

Cerberus hatte die Bank 2007 gemeinsam mit drei anderen Investoren für 3,2 Milliarden Euro gekauft und hält nun noch 52 Prozent. Weitere 40 Prozent gehören dem US-Fonds Golden Tree. (APA, TT.com)

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