Krieg in Syrien

Türkischer Premier für Bodentruppen in Syrien

Der türkische Premier Ahmet Davutoglu.
© Reuters

Bislang beschränkten sich ausländische Kräfte in Syrien auf Luftangriffe. Der Türkei wurde gar Passivität im Kampf gegen den Islamischen Staat vorgeworfen. Nun bringt der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu Bodentruppen ins Gespräch – unter internationaler Führung.

Ankara – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat sich für einen internationalen Einsatz von Bodentruppen in Syrien ausgesprochen. Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reichten nicht aus, sagte Davutoglu dem Sender CNN International vor dem G20-Gipfel im südtürkischen Antalya.

„Wir brauchen eine integrierte Strategie mit Luftangriffen und Bodentruppen. Aber die Türkei kann das nicht alleine bewältigen. Wenn es eine Koalition und eine sehr gut konzipierte integrierte Strategie gibt, ist die Türkei bereit, sich darin in jedem Sinne zu beteiligen“, sagte Davutoglu.

„IS nur mit langfristiger Strategie bekämpfen“

Eine solche Strategie müsse über den Kampf gegen den IS hinausgehen. Sonst drohe ein Machtvakuum, in dem eine neue Terrorgruppe entstehen können. Davutoglu sprach sich erneut für die Schaffung einer Schutzzone in Syrien an der türkischen Grenze aus und forderte die Ablösung des Machthabers Bashar al-Assad in Damaskus.

„Die Frage ist nicht, wie und wie lange Assad bleiben wird, die Frage ist, wann und wie Assad gehen wird“, sagte der Ministerpräsident. Eine Lösung der Krise wäre dann erreicht, wenn die syrischen Flüchtlinge in ihre befriedete Heimat zurückkehren könnten. „Wenn Assad in Damaskus an der Macht bleibt, glaube ich nicht, dass irgendein Flüchtling zurückkehren wird.“

Syrien wird auf der Tagesordnung des G-20-Gipfels am Sonntag und Montag stehen. Zuvor findet am Samstag in Wien erneut ein Treffen der Außenminister zur Lösung des Syrien-Konfliktes statt. (APA/dpa)

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