E.ON fährt vor Aufspaltung Rekordverlust ein - Insider

Düsseldorf/Frankfurt (APA/Reuters) - Deutschlands größter Energieversorger E.ON hat Insidern zufolge im dritten Quartal den höchsten Verlust...

Düsseldorf/Frankfurt (APA/Reuters) - Deutschlands größter Energieversorger E.ON hat Insidern zufolge im dritten Quartal den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte eingefahren. Nach milliardenschweren Abschreibungen auf Kraftwerke stehe ein Nettoverlust von rund 5 Mrd. Euro in den Büchern, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. E.ON lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Energieriese verwies auf die am Mittwoch geplante Vorlage der Quartalszahlen. Das „Handelsblatt“ hatte über den Verlust zuvor berichtet. Vorstandschef Johannes Teyssen hatte einen Fehlbetrag in der Größenordnung bereits in Aussicht gestellt.

E.ON machen wie der gesamten Branche die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Vor der im Jänner geplanten Aufspaltung muss der Konzern seine Anlagen bewerten. Neben den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken dürfte auch das Geschäft mit der Öl- und Gasförderung wegen der gefallenen Notierungen weniger wert sein. Insgesamt lägen die Wertberichtigungen bei rund 8 Mrd. Euro, sagten die Insider. Die Aktie lag zu Börsenbeginn um knapp 1 Prozent im Minus.

E.ON hatte bereits im September für das laufende Quartal Wertberichtigungen im höheren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich angekündigt. Im Gesamtjahr drohe ein Verlust in der Größenordnung eines „mittleren einstelligen Milliardenbetrags“. 2014 hatte der Versorger bereits einen Fehlbetrag von 3,16 Mrd. Euro eingefahren - den bis dato höchsten in der Konzerngeschichte. Für 2015 hatten die Düsseldorfer gleichwohl eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie in Aussicht gestellt.

Der deutsche Versorger will sich Anfang 2016 aufspalten. Danach sollen die Kohle- und Gaskraftwerke sowie der Energiehandel in die neue Gesellschaft Uniper mit knapp 14.000 Mitarbeitern übergehen. Bei E.ON bleiben das Ökostromgeschäft, die Strom- und Gasnetze, Energiedienstleitungen und - entgegen ursprünglichen Plänen - auch die Atomkraftwerke mit insgesamt 43.000 Beschäftigten. Die Atommeiler sollen in die neue Tochter PreussenElektra gebündelt werden. Damit hält sich E.ON die Möglichkeit offen, die Meiler mitsamt der mitsamt der milliardenschweren Rückstellungen in eine Atomfonds oder eine Atomstiftung einzubringen.

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