Standort Tirol

„Stadt der Baustellen“ ärgert die Kufsteiner Hoteliers

© Michael Mader

Thomas Sappl und Simon Huber fordern ein Baustellenmanagement. Bürgermeister Martin Krumschnabel kann die Beschwerden verstehen.

Von Michael Mader

Kufstein –Die Verkehrssituation mit den vielen Baustellen und Umleitungen in der Stadt ist den beiden Hoteliers Thomas Sappl und Simon Hermann Huber ein Dorn im Auge. „Der Gast kommt nicht mehr zu seinem Ziel“, kritisiert Huber und das sei ganz massiv hausgemacht.

Aber auch die Informationspolitik mit den Anrainern und den Wirtschaftstreibenden funktioniere nicht. „Das sind untragbare Zustände, die Kufsteiner Wirtschaft fordert ein Handeln“, ergänzt Sappl. Die beiden wollen ein koordiniertes Baustellenmanagement. „Es kann nicht sein, dass an allen Ecken und Enden aufgegraben wird oder gar die Baustelleneinrichtung auf öffentlichen Flächen stattfindet wie in der Münchner Straße“, meint Huber. Bei den Straßen sollten nur Teilstücke saniert werden und nicht gleich eine Totalsperre notwendig sein, so wie in der Kinkstraße. „Am Kreisverkehr dann ein selbst gebasteltes Schild aufhängen, dass die Kinkstraße gesperrt sei, bringt für Auswärtige überhaupt nichts“, ärgert sich Huber. Busfahrer würden die beiden Kufsteiner Innenstadthotels bereits meiden, weil sie nicht ordentlich zufahren könnten. „Und in der Tiefgarage haben wir schon 500 Einfahrten am Tag weniger“, spricht Huber sogar von volkswirtschaftlichen Schäden. Die Verantwortlichen sollten auf die Wirtschaft und die Anrainer mehr Rücksicht nehmen. Aber auch bei der Kommunikation orten die beiden Fehler. Huber: „Wenn beispielsweise die Eigentümer der Häuser in der Kinkstraße über die Sperre verständigt werden, nicht aber die Mieter bzw. Pächter, dann läuft hier etwas schief.“

Bürgermeister Martin Krumschnabel gibt zu, dass die Kritik nicht ganz unberechtigt ist und hat Verständnis, dass es zu Beschwerden kommt: „Die Verbesserungen im Innenstadtbereich dienen aber der Wirtschaft und gerade die Hotels haben den größten Nutzen von der Attraktivierung.“ Es sei gerade im Tiefbau sehr schwierig, wenn dieser im gewachsenen Stadtgebiet so massiv sei, wie in Kufstein. „Die Totalsperre wegen des Wasserrohrbruchs ist aber nicht vorhersehbar gewesen und zeigt, wie wichtig es ist, dass wir auch die alten Leitungen austauschen. Dafür haben wir dann für die nächsten 50 Jahre Ruhe.“

Der Baubeginn in der Kinkstraße hätte nach dem politischen Ja auch sehr schnell stattgefunden, das sei ein Problem gewesen. Weniger Probleme sieht der Bürgermeister bei Baustelleneinrichtungen auf öffentlichen Flächen. In der Stadt sei so etwas kaum anders möglich und eher die Regel als die Ausnahme. „So unerfreulich der Verkehr ist, so erfreulich ist es, dass wir in der Stadt vier große Neubauten haben“, meint Krumschnabel. Dass Investoren ihre Projekte zeitlich verschieben, könne man nicht verlangen.

Damit die Bevölkerung besser informiert wird, was in der Kinkstraße geschieht und was entsteht, wurden bei der noch bis Mitte Dezember dauernden Großbaustelle in der Kinkstraße Transparente mit den wichtigsten Fakten aufgehängt.

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