Bezirk Schwaz

Langzeitbürgermeister sagen Servus

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In acht Gemeinden des Bezirks steht bereits fest, dass sie 2016 einen neuen Bürgermeister bekommen werden. Überraschend: Neben BM Günter Fankhauser kandidiert auch BM Stefan Messner nicht mehr.

Von Angela Dähling

Schwaz –Noch 109 Tage sind es bis zu den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016. Und für acht Bürgermeister im Bezirk Schwaz steht bereits fest, es werden für sie die letzten 109 Tage als Bürgermeister sein. Sie wollen nicht mehr kandidieren.

Sechs von ihnen haben das Pensionsalter bereits erreicht: Für Max Wasserer (68) aus Bruck, Mathias Eberl (67) aus Finkenberg, Klaus Knapp (73) aus Strass, Alois Fasching (72) aus Stumm und Friedl Hanser aus Uderns (73) sind das Alter bzw. die lange Amtszeit Gründe, warum sie sich aus der Gemeindepolitik verabschieden. Hermann Erler (66) aus Tux zieht sich vor allem aus gesundheitlichen Gründen ins Privatleben zurück.

Spekuliert wurde seit einigen Monaten darüber – jetzt gibt auch Günter Fankhauser aus Mayrhofen, der bei den Wahlen 61 Jahre alt sein wird, bekannt, nicht mehr zu kandidieren. „24 Jahre als Bürgermeister sind genug. Ich habe an meinem 60. Geburtstag beschlossen, einiges in meinem Leben zu ändern“, sagt er. So hat er heuer am 15.5. seine Lebensgefährtin, die seit 38 Jahren an seiner Seite ist, geheiratet. Fankhauser, der Gemeindebediensteter ist, kann erst 2017 in Pension gehen. „Wenn der neue Gemeinderat es wünscht, bleibe ich bis dahin noch angestellt, sonst wird es eine andere Lösung geben“, erklärt er. Auch als Vizepräsident des Tiroler und des Österreichischen Gemeindeverbands sowie als Obmann des Altersheim- und Abwasserverbunds tritt er zurück. Im Kampf um den Bürgermeistersessel schickt Fankhausers Liste den Hotelier Hansjörg Moigg ins Rennen. Mayrhofen ist kommunalpolitisch kein einfaches Pflaster. Der Neubau der Penkenbahn spaltet den Ort seit Jahren, der damit in Zusammenhang stehende Bahnhofsneubau gilt ebenfalls als schwieriger Fall.

Überraschend ist der bevorstehende Abschied von Stefan Messner (47) als Bürgermeister von Achenkirch. „Ich habe das hauptberuflich gemacht, kann aber nicht davon ausgehen, dass ich bis zur Pension Bürgermeister bleiben kann“, erklärt er. Messner arbeitete vor der Wahl 2004 in einer Bank. In dieses Metier kehrt er zurück. Er wird künftig bei der Raiffeisenbank Achenkirch sein Geld verdienen. Während sich die Liste des Stummer SPÖ-Bürgermeisters Fasching auflösen wird, soll Messners Liste von VBM Karl Moser als Bürgermeisterkandidat übernommen werden.

Den Breitbandausbau und die Dorfzentrumsgestaltung nennt Messner als wichtigste Aufgaben für seinen Nachfolger. Geringe Kommunalsteuern von 25.000 Euro sind laut BM Wasserer indes das größte Problem in Bruck. Sein Nachbar in Strass, BM Knapp, kann (verkehrsgünstig gelegen) indes auf über 500.000 Euro Kommunalsteuereinnahmen und 700 Arbeitsplätze verweisen. In seiner Gemeinde seien die Gefahrenzonenpläne das größte Problem. Finkenberg indes hat mit Abwanderung zu kämpfen. „Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist schlecht und es gibt bei uns kaum Jobs abseits des Fremdenverkehrs“, erklärt BM Eberl, der 2010 die Wahl nur knapp gewonnen hatte. So ging es 2010 auch BM Hermann Erler. „Damals war der Bau des Tux Centers ein Grund dafür, heute wäre das anders, weil nun jeder froh ist, dass wir ihn haben“, sagt er. Überbordende Bürokratie durch neue Gesetze nennt Erler als wachsendes Problem. Was ein Bürgermeister können muss? Erler: „Er muss sich in den Wind stellen können und sich nicht mit dem Wind drehen.“

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