Flüchtlinge - Slowenischer Außenminister kommt am Mittwoch nach Wien

Wien/Ljubljana (APA) - Während in beiden Ländern über zusätzliche Maßnahmen an der Grenze nachgedacht wird, kommt der slowenische Außenminis...

Wien/Ljubljana (APA) - Während in beiden Ländern über zusätzliche Maßnahmen an der Grenze nachgedacht wird, kommt der slowenische Außenminister Karl Erjavec nach Wien. Am Mittwochnachmittag trifft Erjavec Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), wie ein Sprecher des Außenministerium am Dienstag der APA bestätigte. Hauptthema werden die Pläne beider Nachbarländer in Bezug auf die anhaltende Flüchtlingskrise sein.

Am Mittwoch will die österreichische Regierung ihr Grenzkonzept für die Grenze zu Slowenien bei Spielfeld präsentieren. Wie die Maßnahmen genau aussehen, dürften Ljubljana sehr interessieren, wäre das Land bei einem Rückstau doch am meisten betroffen. Slowenien hat seinerseits am Montagabend ebenfalls „zusätzliche Notmaßnahmen“ an seiner Südgrenze zu Kroatien, die gleichzeitig Außengrenze des Schengen-Raums ist, angekündigt. Laut Medienberichten plant die Regierung, an dem am meisten frequentierten Grenzteil zu Kroatien einen Stacheldrahtzaun zu errichten. Am Dienstag reiste Erjavec bereits nach Rom, um mit seinem italienischen Amtskollegen Paolo Gentiloni, über die Pläne zu beraten.

Das kleine EU-Land rechnet diese Woche mit der Ankunft von bis zu 30.000 zusätzlichen Flüchtlingen. Die Regierung in Ljubliana warnt vor schweren humanitären Problemen. Insgesamt durchquerten mehr als 171.000 Menschen Slowenien, seit das Land Mitte Oktober zu einem der Haupttransitländer auf der sogenannten Balkanroute geworden ist, nachdem Ungarn seine Grenzen dicht machte. Das Land mit nur zwei Millionen Einwohnern grenzt an Österreich, Kroatien, Ungarn und Italien.