Vertrag für Flüchtlingsprojekt von Sepp Schellhorn nicht verlängert

Bad Gastein (APA) - Der Salzburger Hotelier und NEOS-Politiker Sepp Schellhorn will sein Flüchtlingsprojekt in Bad Gastein (Pongau) verlänge...

Bad Gastein (APA) - Der Salzburger Hotelier und NEOS-Politiker Sepp Schellhorn will sein Flüchtlingsprojekt in Bad Gastein (Pongau) verlängern, stößt jedoch auf Widerstand seitens des Bürgermeisters und des Landes Salzburg. Wie die Wiener Wochenzeitung „Falter“ in ihrer morgen, Mittwoch, erscheinenden Ausgabe berichtet, bekommt Schellhorn für die Unterkunft von 36 Asylbewerbern keinen neuen Vertrag vom Land.

Der Bürgermeister von Bad Gastein, Gerhard Steinbauer (ÖVP), hatte sich im Mai gegen die Unterbringung von 40 zusätzlichen Flüchtlingen in seiner Gemeinde zunächst gewehrt, nach einem Gespräch mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) der Öffnung eines Mitarbeiterhauses des NEOS-Nationalratsabgeordneten Schellhorn für Asylbewerber im Ortsteil Bad Bruck für einen begrenzten Zeitraum dann aber doch zugestimmt.

Dem Bürgermeister wurde allerdings zugesichert, dass nach Ende der Nutzung des Personalhauses im November keine weiteren Asylbewerber mehr in die Gemeinde kommen. „Ich nehme Haslauer beim Wort und hoffe, dass er dafür Sorge trägt, dass nach dem Intermezzo die Zahl der Asylwerber in der Gemeinde bei 60 limitiert bleibt“, hatte Steinbauer am 27. Mai gegenüber der APA erklärt.

Es sei von Anfang an festgestanden, dass die Unterkunft nur bis zu Beginn der Wintersaison als Grundversorgungsquartier des Landes verfügbar sei, erklärte am Dienstag ein Sprecher Haslauers auf Anfrage der APA. „Der Landeshauptmann steht zu seiner Aussage.“ Haslauer habe dem Bürgermeister zugesagt, dass die Anzahl der Flüchtlinge wieder auf 60 zurückgehen werde, sagte der Sprecher des Landeshauptmannes. Bad Gastein erfülle die Flüchtlingsquote von 1,5 Prozent.

Der Vertrag wird nun nicht mehr verlängert. Schellhorn reagierte empört. „Der Bürgermeister von Bad Gastein ist dagegen, und die Landesregierung geht vor einem Bürgermeister in die Knie“, sagte der Politiker zum „Falter“. Bei Schellhorn konnten die Asylbewerber laut der Wochenzeitung während der Wartezeit auf ihren Asylbescheid nicht nur Deutsch lernen, sondern wurden auch von einem Haubenkoch und einem Hotelgeschäftsführer zu Hilfsköchen und Hilfskellnern ausgebildet.

Wie er nun weiter vorgehen werde, wisse er noch nicht, sagte Schellhorn. „Nur eines weiß ich: Dass meine humanitäre Verantwortung mich dazu zwingt, diese 36 Asylwerber nicht fort von hier in kalte Flüchtlingszelte zu schicken.“ Offenbar hat er ein Ersatzquartier im Auge. Falls er Flüchtlinge in einem Privatquartier unterbringt, ist dafür auch kein Vertrag mit dem Land notwendig.