Berufsportät

Der Begleiter, der den Urlaub zu einer Erfahrung macht

© Andreas Rottensteiner / TT

Vom Großglockner bis in die Wachau – Harald Rupfle hat zu allem etwas zu sagen. Mit seinen Gästen fährt der Fremdenführer durch Österreich.

Von Stefan Bradl

Innsbruck –„Alors, dix minutes pour les photos, après nous allons.“ Freundlich, aber bestimmt entlässt Harald Rupfle seine Gruppe französischer Touristen in die Innsbrucker Altstadt. Damit sie Bilder machen können von den Gebäuden, die er beim Rundgang zuvor ausführlich erklärt hat. Fotos von den kleinen, feinen Einzigartigkeiten, auf die er seine Zuhörer gern hinweist.

„Einfach Jahreszahlen und Namen runterzuleiern, ist für eine unterhaltsame Tour sicher zu wenig. Das könnte ein Smartphone auch“, ist der staatlich geprüfte Fremdenführer überzeugt. „Ich versuche daher immer, das Besondere auszuleuchten. Eine spezielle Facette hier, eine amüsante Anekdote dort, eine Verknüpfung mit dem Heimatland der Gäste, wo sie möglich ist.“

Für die jeweiligen Vorlieben und Interessen der Urlauber habe er nach 15 Jahren im Beruf ein gutes Gespür entwickelt. „Die einen möchten viel über das Alltagsleben in früheren Epochen erfahren, die anderen vertiefen sich lieber in Kirchenkunst. Zum Glück erkenne ich das meist schon in den ersten paar Stunden der gemeinsamen Reise.“

Gebucht wird Harald Rupf­le meistens über Incoming-Agenturen, die für ihre Gruppen einen kompetenten Begleiter durch Stadt und Land brauchen. „Ich konnte mir im Lauf der Jahre einen Grundstock an Kunden aufbauen, die sich regelmäßig melden. Dadurch bin ich zwischen Ostern und Oktober und nochmals im Advent mittlerweile ziemlich beschäftigt.“ Aber auch ziemlich viel auf Achse, wie der gebürtige Vorarlberger betont. „In der Hochsaison ist die Zeit für Partnerschaft, Freunde und Hobbys schon recht knapp. Da geben Tourbus und Sightseeing-Programm den Takt vor.“

Jeweils bis zu zehn Tage ist der Guide mit einer Gruppe in ganz Österreich und den Nachbarregionen unterwegs. Zusätzlich zu seinen Vorträgen bei den kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten fallen auf den Rundfahrten auch kleine und große Notfälle in seine Zuständigkeit. „Ich bin einerseits Guide, andererseits Reiseleiter. Daher muss ich mich auch bei Problemen um meine Leute kümmern, sei es die fehlende Butter beim Frühstücksbuffet, sei es der verstauchte Knöchel und die Begleitung ins Krankenhaus, Simultanübersetzung inklusive.“

Natürlich sei es hin und wieder anstrengend, für 20 bis 50 Reisende Ansprechpartner, Entertainer und Aufpasser zu sein: „Urlauber gehen schneller verloren, als man glauben möchte.“ Für Rupfle überwiegen jedoch eindeutig die schönen Seiten seines Berufs. „Ich darf Orte zeigen und von Objekten erzählen, die mich selbst immer noch in ihren Bann schlagen. Und darf erleben, wie sich ein Teil dieser Begeisterung auf meine Zuhörer überträgt. Dafür lebe ich gern die Saison lang aus dem Koffer.“

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verwandte Themen