Eisschnelllauf

Auf Glatteis zur Speed-Königin

Nach fünf Goldmedaillen bei der Inline-Skate-EM wird Vanessa Bittner wieder auf dem Eis aufzeigen.
© gepa

Ihrer starken Vorsaison soll Tirols Eisschnellläuferin Vanessa Bittner heuer einiges drauflegen. Ab Freitag hat die 20-Jährige beim Auftakt in Kanada auch Großes vor.

Von Roman Stelzl

Innsbruck –Der stärkste Winter nach dem stärksten Sommer? Klingt nach einer goldenen Verbindung – und wer könnte beim Thema Gold im österreichischen Eisschnelllauf besser mitreden als Vanessa Bittner? Scheinbar jede Sprosse auf der Karriereleiter der 20-jährigen Innsbruckerin glänzt vor Erfolg. Fünf Junioren-Weltmeistertitel und 16 Junioren-Weltcup-Siege wären an sich Beweis genug. Doch das Glatteis ist nicht alles, das untermauerte Bittner im Sommer, als sie bei der Heim-EM der Inline-Skater fünf Titel abräumte. Das Potenzial der 1,75 Meter großen Athletin scheint grenzenlos zu sein, der Weg führt weiter und weiter nach oben. Und dementsprechend wächst die Zuversicht. Auch bei Bittner selbst, die am Freitag in Calgary (CDN) in die neue Weltcup-Saison startet.

„Wenn alles optimal läuft, kann ich auf allen drei Strecken einen neuen österreichischen Rekord laufen“, gibt die Olympia-Starterin vor. Die sprintstarke Athletin wird neben ihren Paradestrecken über 500 m und 1000 m auch über 1500 m sowie im Massenstart antreten.

Das gewohnt schnelle Eis von Kanada soll Bittner so wie ihren beiden Tiroler Kollegen Linus Heidegger und Armin Hager neue Bestzeiten bringen. Österreich soll Flügel bekommen – und Eisschnelllauf-Prinzessin Bittner heuer endgültig zur Königin auf dem Eis aufsteigen. Der erste Weltcup-Podestplatz im Vorjahr könnte dann bald in guter Gesellschaft sein.

Selbstvertrauen gibt dabei neben der bestandenen Matura vor allem das Training im Vorfeld: „Die Vorbereitung auf die Eissaison war wirklich gut heuer. Ich konnte das gesamte Programm durchziehen und war nie krank“, sagt Bittner.

Alles, was investiert wurde, galt dem Sport: Zwei Wochen trainierte sie im August in der Toskana (ITA), dann im September zehn Tage in Berlin. Ende September ging es nach Inzell (GER) – und seit 1.November ist die Sportsoldatin samt Trainer Hannes Wolf und Kollegen in Kanada. „Die erste Woche hier war schon sehr vielversprechend und es wird jeden Tag immer besser“, sagt Bittner und ergänzt: „Natürlich hoffe ich, dass diese Saison da beginnt, wo sie aufgehört hat. Aber welche Platzierungen dann herausschauen, werden wir am Wochenende sehen.“

Die Lust auf Erfolg scheint unersättlich. Dafür sprechen auch die vier geplanten Starts. Die persönliche Bestleistung über die ungewohnte Strecke (1500 m) verbesserte Bittner bei der Vorbereitung im Oktober gleich einmal um fast sieben Sekunden (!).

Das sind die besten Voraussetzungen für Kanada. Und das weiß auch der Innsbrucker Nationaltrainer Wolf: „Der Druck auf unsere Athleten ist sehr groß, sind die Zeiten doch entscheidend für die WM- und EM-Qualifikationen.“ Aber aus dem Druck soll Erfolg werden – und der wiederum wäre der Start für den ersehnten goldenen Winter.

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