Fußball: ÖFB-Präsident Windtner bedauert Rücktritt von Niersbach

Wien (APA) - Der Fußball-Weltverband FIFA und die europäische Fußball-Union UEFA werden aufgrund der Suspendierungen ihrer Präsidenten Josep...

Wien (APA) - Der Fußball-Weltverband FIFA und die europäische Fußball-Union UEFA werden aufgrund der Suspendierungen ihrer Präsidenten Joseph Blatter und Michel Platini seit Anfang Oktober interimistisch geführt. Am Montag verlor auch der größte Fußball-Verband der Welt seinen Chef. Mit dem zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach kam auch dem ÖFB ein enger Partner abhanden.

Österreichs Verbandspräsident Leo Windtner hob das gute Verhältnis zum DFB und besonders zu Niersbach hervor. „Wir hatten ein exzellentes nachbarschaftliches Verhältnis. Die Zusammenarbeit mit dem DFB war immer eine ausgezeichnete. Wir haben Wolfgang Niersbach als absoluten Top-Funktionär kennengelernt. Ich kann den Rücktritt von Wolfgang Niersbach nur absolut bedauern“, sagte Windnter gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Auch unter den aktuell dem DFB vorstehenden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball werde die Zusammenarbeit gut funktionieren. „Die Stimmung und Atmosphäre ist traditionell eine gute, wir haben zu anderen Funktionären ebenso eine sehr, sehr gute Beziehung. Aber natürlich wird uns Niersbach fehlen“, meinte der Oberösterreicher.

Zu den Hintergründen und Vorgängen im Zusammenhang mit der Affäre um die Vergabe der WM 2006, über die Niersbach gestolpert ist, wollte und konnte Windtner nichts sagen. „Wir können natürlich die Hintergründe in keiner Weise ergründen und sind auch nur auf die Pressemeldungen angewiesen“, betonte er. Auch die Frage nach der Verantwortung der deutschen Lichtgestalt Franz Beckenbauer, die in Deutschland immer lauter gestellt wird, „ist eine innerdeutsche Angelegenheit, in die wir uns nicht einmengen wollen. Das muss innerhalb des DFB geregelt werden“, so der ÖFB-Chef.

Dass Niersbach, der zuletzt als möglicher neuer UEFA-Chef gehandelt worden war, im Exekutivkomitee von FIFA und UEFA bleibt, hält Windtner für gut. Dadurch sei „dort Kontinuität gegeben“. Dass mit dem Fall eines der mächtigsten Funktionäre auch Europas Einfluss geschwächt werden könnte, glaubt er daher nicht.

Für die Wahl des neuen FIFA-Präsidenten am 26. Februar erhofft sich Windtner aber ein geeinteres Vorgehen der Europäer als am 29. Mai, als Blatter trotz des bereits ausgebrochenen FIFA-Skandals wiedergewählt worden war. „Europa wird sich einstellen müssen auf die neue Situation, wo wir wiederum drei Kandidaten haben für das Amt des FIFA-Präsidenten. Da wird man vielleicht trachten müssen, eine Strategie zu entwickeln“, meinte Windtner.

Der Franzose Jerome Champagne und der aktuelle UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino haben ihre Kandidatur abgegeben, Platini ist für den ÖFB-Präsidenten aber noch immer die Nummer eins. „Es macht derzeit keinen Sinn, sich auf einen Kandidaten festzulegen. Das hat man beim letzten Wahlgang gesehen. Wenn es in die Endphase geht, werden wir im ÖFB-Präsidium reden“, sagte Windter und betonte: „Unser Kandidat ist Platini, sofern er die Dinge klarstellen kann“.