Schauspielschule

Mit einem „Todesurteil“ in den letzten Akt

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Die Krise nach der Krise: Der Schauspielschule Innsbruck droht das endgültige Aus, weil das Land seine Förderung einstellt.

Von Joachim Leitner

Innsbruck –Die Causa Schauspielschule Innsbruck geht in die nächste – und womöglich letzte – Runde: Wie das Büro von Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) auf Nachfrage der Tiroler Tageszeitung bestätigte, wird das Land seine Zahlungen an die von Lore Mühlburger geführte Schule einstellen. Das heißt: Die für das Schuljahr 2015 bislang zurückgehaltene Subventions­tranche von 15.000 Euro wird nicht mehr ausbezahlt.

Insgesamt waren für 2015 Landessubventionen in Höhe von 60.000 Euro vorgesehen, doch „nach eingehender Prüfung der von der Schauspielschule nachgereichten Unterlagen zum laufenden Schuljahr ist davon auszugehen, dass die Tätigkeit der Schule nicht mehr in jener Form aufrecht ist, die der Förderzusage zugrunde lag“, heißt es aus dem Büro Palfrader.

Im Frühjahr diesen Jahres war der Führungsstreit am Haus eskaliert, die TT berichtete, und gipfelte nach der Suspendierung mehrerer Schüler und Lehrkräfte in der Gründung einer zweiten Schule für über 20 streikende Schüler.Diese Vorgänge dienen dem Land nun auch als Begründung für seinen Ausstieg: Die „zweckmäßige Verwendung der Fördermittel“ konnte aus Landessicht seither nicht nachgewiesen werden. Angesichts der gesunkenen Schülerzahl (von im Vorjahr zunächst 33 auf aktuell zwölf) und der dadurch gesunkenen Einnahmen – jeder Schüler zahlt rund 3500 Euro Schulgeld im Jahr – sei „mangels gesicherter Finanzierung“ auch eine künftige Förderung nicht möglich.

Nachdem die Stadt Innsbruck, als zweiter großer Subventionsgeber der Schule, im September die Auszahlung der letzten Rate für 2015 auf Empfehlung des Kulturausschusses bewilligte, empfindet Schulleiterin Mühlburger den negativen Bescheid des Landes als „Schock“ und „Schlag ins Gesicht“. Diese „ebenso unabsehbare wie unerklärliche Entscheidung“ bedeute eine „existenzielle Bedrohung“ für die 1994 von Walter Sachers und Martin Flür gegründete Schule, so die 48-Jährige.

Sie habe „alle vom Land geforderten Nachweise den Unterricht und die Finanzierung betreffend fristgerecht vorgelegt“ und „auf Nachfrage auch durchwegs wohlwollende Reaktionen darauf erhalten“, erklärt Mühlburger. Umso unverständlicher sei der jetzt eingegangene Bescheid, der letztlich bedeutet, „dass ich aufgrund laufender Kosten in einigen Monaten Konkurs anmelden kann“. Bereits in den vergangenen Monaten sei der Schulbetrieb aufgrund der zurückgehaltenen Förderraten nur durch eine Zwischenfinanzierung aus eigener Tasche aufrechterhalten worden. „Was nur möglich war, weil ich davon überzeugt war, dass die ausstehenden Raten überwiesen werden. Wenn dieses Geld nicht kommt, ist das ein Todesurteil.“ Geschlagen will sich Mühlburger freilich noch nicht geben. Ein persönliches Gespräch mit Landesrätin Palfrader wurde ihr gestern, „nach mehrfacher Anfrage“, in Aussicht gestellt.

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