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Doku: Christiano Ronaldo, der Größte, der Beste

Ronaldo scheint ein großer Rihanna-Fan zu sein. Zumindest singt er in einer Szene in der Doku über sein Leben mit Inbrunst den Song "Stay".
© Screenshot/YouTube

An „CR7“ Ronaldo scheiden sich die Geister. Seine Fans verehren ihn als Fußallgenie, Kritiker nennen ihn einen eitlen Schnösel. Jetzt präsentiert der Weltfußballer einen Film über sich selbst - über seine Formschwäche bei Real Madrid schweigt er lieber.

London – Für seine Fans ist er ein Genie, ein Ballkünstler, ein Zauberer - Kritiker nennen ihn einen Narzissund einenSchönling, der sich in jedemSpiegel bewundert. Am Montag vertauschte CristianoRonaldo, der Superstar von Real Madrid, den grünen Rasen mit dem roten Teppich. In London stellte er „seinen“ Film vor, eine eineinhalbstündige Doku von Anthony Wonke, die natürlich„Ronaldo“ heißt und in der sich wirklich alles um den Top-Fußballer aus Portugal dreht - manchem Zuschauer mag soviel Eitelkeit sauer aufstoßen.

„Das bin ich im Film, das ist Ronaldo und kein Schauspieler“, so der lächelnde Ronaldo vor Journalisten. Lässig und selbstsicher gab sich der Megastar in London kurz vor der offiziellen Premiere. Er sprudelt geradezu vor Selbstbewusstsein: „Ich denke nur „Wow“, wenn ich den Film sehe. Unglaublich, dass Du das gemacht hast.“

Tatsächlich dreht sich der Streifen ganz und gar um den gebürtigen Portugiesen.

Die Anfangsszene: Dunkelheit, Ronaldo setzt sich in einAuto, beschleunigt, auf seinem Gesicht spiegelt sich ein Lächeln. Dann fallen die Sätze, die wie das Mantra des 30-Jährigen klingen undgroßartiger kaumsein könnten:„Gewinnen. Das ist das Wichtigste für mich.“ Und dann, nach kurzem Atemholen: „So einfach ist das.“

So einfach ist das: Eineinhalb Stunden Ronaldo auf dem Spielfeld, Ronaldo im Spielrausch, ob heute für Real, früher für Manchester United oder als Kapitändesportugiesischen Nationalteams.

Ronaldo mit seinem Söhnchen, Ronaldo mit Mutter. Der Vater war Alkoholiker, die Mutter wollte ihren Spross eigentlich abtreiben. Trotz Eitelkeit gilt der coole Portugiese als ein Promi, der sein Privatleben sorgsam abschottet. Im Film wird vieles gezeigt - doch seltsam: Man gewinnt kaum den Eindruck, Ronaldo wirklich näher zu kommen. Er wirkt kühl. Und, auffallend: Teamgefährten, Freunde, Bekannte kommen in demStreifen bemerkenswert wenig zu Wort. Ist „CR7“ einsam, ein Einzelgänger?

Und immer wieder: Ronaldo der Größte, der Beste. Wie hatte Ronaldo doch neulich in einem Interview mit spanischen Medien gesagt: „Ich bin sicher nicht der bescheidensteMensch der Welt.“

Doch wo ist die „Frau an seiner Seite“, wollte ein Journalist wissen. „Gute Frage“, sagte Ronaldo - eine Antwort gab er aber nicht. Bemerkenswert: Auch Freunde, Teamgefährten oder Bekannte kommen eher selten zu Wort.

Einige Szenen in dem Streifen, die ihn in herzlichem Einverständnis mit Noch-FIFA-Präsident Joseph Blatter zeigen, wirken wie aus der Zeit gefallen. „Was denken Sie darüber und was halten Sie von ihm als Präsidenten“, wollte jemand in London wissen. Die Szenen mit Blatter seien wichtig gewesen, meinte „CR7“. „Zum Rest kann ich nichts sagen.“ Dann fügt er hinzu: „Wenn Ronaldo etwas sagt, dann gibt es immer große Reaktionen...“. (dpa)

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