Thailand startete Prozess gegen 88 mutmaßliche Menschenschmuggler

Bangkok (APA/dpa) - Sechs Monate nach der Entdeckung von Massengräbern in Thailand hat der Prozess gegen 88 mutmaßliche Menschenschmuggler b...

Bangkok (APA/dpa) - Sechs Monate nach der Entdeckung von Massengräbern in Thailand hat der Prozess gegen 88 mutmaßliche Menschenschmuggler begonnen. Unter den Angeklagten ist ein früherer General. Er soll wie die anderen einem Schlepperring angehört haben, der Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus dem Nachbarland Myanmar über das Meer zunächst nach Thailand und dann nach Malaysia geschleust hat.

Sie hielten die Menschen nach der gefährlichen Überfahrt in Lagern im Dschungel fest und erpressten von Familienangehörigen Lösegeld. Der Prozess, der am Dienstag begann, könne Jahre dauern, sagte ein Justizbeamter.

Die Massengräber wurden im Mai entdeckt. Mit der Festnahme der Schlepper stoppte die thailändische Polizei den Menschenhandel an Land abrupt. Die Schmuggler ließen die Flüchtlingsboote auf hoher See im Stich. Dutzende kaum seetüchtige Fischerboote kamen mit teils völlig ausgemergelten Menschen in Malaysia und Indonesien ans Land. Flüchtlingshelfer schätzten damals, dass mehrere tausend Menschen ohne ausreichend Wasser und Nahrung auf dem Meer trieben.