Europas Leitbörsen zu Mittag etwas schwächer

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf etwas schwächer tendiert und die Vortagesverluste damit...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf etwas schwächer tendiert und die Vortagesverluste damit ausgeweitet. Die gestiegene Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende in den USA, schwache Daten aus China sowie Befürchtungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die erhoffte Ausweitung ihrer Unterstützungsmaßnahmen im Dezember doch nicht durchziehe, belasteten aktuell die Stimmung an den Börsen, sagte Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets.

Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,25 Prozent auf 3.409,67 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.40 Uhr mit 10.748,33 Punkten und minus 0,62 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor 0,50 Prozent und steht nun bei 6.263,62 Stellen.

Nach dem zuletzt guten Lauf seien viele positive Erwartungen bereits in die Kurse eingepreist, hieß es aus dem Handel. Mit den Konjunktursorgen in China gab es Verkaufsdruck bei den Aktien von Minenbetreibern zu sehen. Anglo American ermäßigten sich um satte 5,6 Prozent. Antofagasta und Glencore verloren in London jeweils mehr als zwei Prozent.

Vodafone-Aktien zogen nach der Zahlenvorlage des britischen Telekomkonzerns um fast fünf Prozent nach oben. Die Briten selbst gehen nun dank der wirtschaftlichen Erholung in Europa und dem starken Wachstum in Schwellenländern zuversichtlicher in die zweite Jahreshälfte.

KPN-Papiere verbuchten einen Zuwachs von 3,2 Prozent. Der niederländische Telefonkonzern zieht sich beim kundenstärksten deutschen Mobilfunkbetreiber Telefonica Deutschland („o2“) teilweise zurück. KPN warf 150 Mio. Aktien von Telefonica Deutschland auf den Markt und erlöste damit 805 Mio. Euro.

Die Aktien der Lufthansa weiteten ihre Vortagesverlust aus und verloren 1,5 Prozent an Höhe. Auch ein nachgebessertes Angebot der AUA-Mutter brachte im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern bisher keine Lösung. Der Streik geht weiter.

Die Papiere der Schweizer Privatbank Julius Bär reagierten mit einem Minus von 3,2 Prozent negativ auf Zahlen für die ersten zehn Monate. Ein Händler kritisierte die schwächeren Zuflüsse und die niedrigeren Gewinnspannen des Instituts.

Die Aktien von Eon und RWE fielen um 1,9 Prozent bzw. 3,0 Prozent. Sorgen um die Geschäftsentwicklung der Versorger kochten nach einem Pressebericht wieder hoch. Sie leiden seit geraumer Zeit unter den Folgen der Energiewende. Dem „Handelsblatt“ zufolge dürfte Eon in den ersten neun Monaten einen Rekordverlust von mehr als fünf Milliarden Euro verbucht haben. Eon wird am Mittwoch den Geschäftsbericht vorlegen, RWE folgt am Donnerstag.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA291 2015-11-10/12:53