Bildungsreform - ÖGB-Foglar: Geht um Kinder, nicht um Länder

Wien (APA) - ÖGB-Chef Erich Foglar hat sich am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten gegen eine Verländerung der Bildungskompetenzen a...

Wien (APA) - ÖGB-Chef Erich Foglar hat sich am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten gegen eine Verländerung der Bildungskompetenzen ausgesprochen. „Mir geht es um die Kinder und nicht um die Länder“, sagte er. Die Grundkompetenz sollte beim Bund liegen, das gelte auch für die Lehrerverwaltung.

Foglar fordert eine Personalverantwortung in den Schulen, dazu gehöre auch finanzielle und pädagogische Autonomie der Schulen sowie genügend Unterstützungspersonal. Die wirkungsorientierte Steuerung solle durch den Bund erfolgen. Von einer Verländerung sei dringend abzuraten, auch das Personal solle zum Bund ressortieren.

Weiters tritt er für eine „faire und transparente“ Finanzierung aller Kindergärten- und Schulstandorte ein. Die finanziellen Mittel seien „sozial indiziert“ zuzuteilen, so solle etwa der Anteil von Migranten berücksichtigt werden.

Grundsätzlich brauche man im Schulbereich „weniger Verwaltung“, ist der Gewerkschaftschef überzeugt. Österreich brauche eine „echte Bildungsreform“ mit Veränderungen in den Schulklassen. Eine „Zwei-Stunden-Diskussion“ nur über die Lehrerarbeitszeit sei keine echte Bildungsreform. Ziel sei eine „schlanke, unterstützende Schulorganisation“ ohne Doppelgleisigkeiten, forderte Foglar. Dabei gehöre die Elementarbildung deutlich aufgewertet, sowohl durch ein zweites Kindergartenjahr als auch durch eine Neuausrichtung der Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen. Deren Berufsbild sollte in Richtung einer Akademisierung entwickelt werden.

Nach zwei Jahren im Kindergarten und neun Jahren in der Pflichtschule sollten alle dazu fähig sein, eine Berufsausbildung anzufangen, so der ÖGB-Chef. „Es kann nicht sein, dass unser Schulsystem nach neun Pflichtschuljahren in der Mindestsicherung endet“. Die Problematik werde sich durch die zunehmende Migration sicher verstärken, warnte er.

Die Sozialpartner, die Montagabend zu dem Thema in einer Arbeitsgruppe tagten, seien sich in den wesentlichen Fragen einig, erklärte Foglar.

~ WEB http://www.oegb.at ~ APA306 2015-11-10/13:08