Vorarlberg will mit Strategie Forschung und Innovation fördern

Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag eine neue Wissenschafts- und Forschungsstrategie beschlossen. Bis 2020 soll...

Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag eine neue Wissenschafts- und Forschungsstrategie beschlossen. Bis 2020 soll damit die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit in Unternehmen, aber auch in überbetrieblichen Einrichtungen intensiviert werden. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erwartet sich davon wichtige Impulse, um „die gute Position unter Europas Topregionen halten zu können“.

„Vorarlberg habe sich als Wirtschaftsstandort ausgezeichnet entwickelt“, betonte Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Das Vorarlberger Pro-Kopf-Regionalprodukt sei im vergangenen Jahr auf rund 40.000 Euro angestiegen und liege damit im internationalen Spitzenfeld. Grundlegende Faktoren für diese dynamische Entwicklung der Wirtschaft seien Wissenschaft, Forschung und Innovation, betonte der Landeshauptmann. Für die Zukunft des Standortes sei eine kontinuierliche Weiterentwicklung in diesen Bereichen deshalb essenziell.

Die Wissenschafts- und Forschungsstrategie „Vorarlberg 2020+“ fußt auf einer ausführlichen Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Herausforderungen. Darauf aufbauend wurden sechs Ziele definiert und entsprechende Maßnahmen herausgearbeitet. So will man etwa in den kommenden Jahren durch Bewusstseinsbildung ein noch forschungsfreundlicheres Klima im Land aufbauen und die überbetrieblichen bzw. außeruniversitären Forschungseinrichtungen bedarfsgerecht ausbauen. Die F&E-Ausgaben im Land sollen einerseits durch eine bessere Abholung von Bundesfördermitteln, andererseits durch mehr Zuschüsse seitens des Landes erhöht werden. Bei der Fachhochschule (FH) Vorarlberg will man etwa bis 2020 die jährlich für Forschung und Entwicklung eingesetzte Summe von derzeit 3,5 Mio. Euro auf vier bis fünf Mio. Euro erhöhen. Gelingt es der FH diese Mittel zur Hälfte von Unternehmen zu lukrieren, werde das Land die andere Hälfte der Finanzierung übernehmen, informierte Wallner.

Um künftig ausreichend qualifiziertes Personal für die Wissenschaft und Forschung im Land rekrutieren zu können, wird die FH Vorarlberg auch ihr Studienangebot in wirtschaftlich relevanten Bereichen von derzeit 1.200 Plätzen auf 1.500 in den nächsten fünf Jahren aufstocken, zudem sollen vermehrt Dissertationsmöglichkeiten im Land geschaffen werden.

Die F&E-Quote Vorarlbergs lag 2013 bei 1,6 Prozent und damit unter dem österreichischen Durchschnitt von 2,97 Prozent. Dies sei zum Großteil darauf zurückzuführen, dass Vorarlberg kein Universitätsstandort sei, betonte Wallner. Nichtsdestotrotz wolle man diese Quote mit der neuen Strategie erhöhen. Auch international sehen lassen könne sich mit rund 80 Prozent hingegen der Anteil der unternehmensfinanzierten Forschung. 2013 lagen die Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung in Vorarlberg bei 243,9 Mio. Euro bzw. 652 Euro pro Kopf.