Bildungsreform - Platter erwartet „durchaus mehr als ein Reförmchen“

Innsbruck (APA) - Tirols Landeshauptmann und Bildungsreform-Verhandler Günther Platter (ÖVP) erwartet sich im Gegensatz zu Niederösterreichs...

Innsbruck (APA) - Tirols Landeshauptmann und Bildungsreform-Verhandler Günther Platter (ÖVP) erwartet sich im Gegensatz zu Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll (ÖVP) „durchaus mehr als ein Reförmchen“. Mit der ÖVP sei ein „Konsens möglich“, er mahne aber zu „Vernunft“ und „professioneller Vorbereitung“, sagte Platter am Dienstag bei der Regierungspressekonferenz in Innsbruck.

Pröll hatte zuletzt im „Kurier“-Interview gemeint, so wie es jetzt ausschaue, werde das „keine Reform sondern höchstens ein Reförmchen“. Es könne einen Konsens geben, wenn beide Seiten „Schritte in die richtige Richtung“ unternehmen würden, so Platter. Einer der Schritte, den die SPÖ machen könne, sei der Übergang der Lehrerverwaltung in die mittelbare Bundesverwaltung. Wenn die „Kostenfrage“, etwa im Bereich der Elementarpädagogik „erledigt“ sei, werde jedenfalls ein Konsens möglich sein.

Berechnungen des Unterrichtsministeriums, wonach die komplette Verwaltung der Schulen durch die Länder etwa 470 Millionen Euro pro Jahr teurer wäre als in Bundesverwaltung, nannte der Landeshauptmann einen „Schwachsinn“ und „so einen Blödsinn“. Der Landeschef sprach seinerseits von rund 20 Millionen Euro, um die die Länder die Aufgaben „billiger erledigen“ könnten.

Verärgert zeigte sich Platter über Ex-Finanzminister Hannes Androsch (SPÖ), der in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstagsausgabe) von einer möglichen Ersparnis von 800 Millionen Euro bei einer Verbundlichung der Landeslehrer sprach. Dies sei ein „absoluter Schwachsinn“.

Platter erklärte, er habe sich am vergangenen Wochenende „maßgeblich bemüht“, einen „innerparteilichen Konsens“ in den Bereichen Schulverwaltung und Gemeinsamer Schule herzustellen. Auf die Frage, wie dieser Konsens aussehe und ob die ÖVP-Vertreter mit einer einheitlichen Linie in die finalen Gespräche gehe werden, meinte der Landeshauptmann: „Wir sind gut aufgestellt“. Auch die an den Verhandlungen beteiligten Landeshauptleute seien „gut abgestimmt“.

„Ich erwarte mir eine professionelle Vorbereitung“, mahnte Platter vor den kommenden Verhandlungen am Wochenende. Er gehe davon aus, dass die „Vernunft obsiegt“. Wenn die entsprechende Vorbereitung nicht gegeben sei, gehe er nämlich „lieber auf den Berg“.

„Sehr verwundert“ habe ihn, dass zuletzt eine Art „Match“ stattgefunden habe, sprach Platter offenbar öffentliche Wortmeldungen im Vorfeld der letzten Verhandlungsrunden an. Wenig begeistert zeigte sich der Landeschef auch davon, dass er den Brief des Salzburger ÖVP-Landeshauptmannes Wilfried Haslauer an dessen Kollegen „plötzlich in den Medien „ gelesen habe. Das Schreiben sei mit ihm abgestimmt gewesen, erklärte Platter.