Tirol

Brandgefährliche Trockenheit in Tirols Wäldern

Die Feuerwehr warnt: In den trockenen Wäldern reicht ein Funke, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen.
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Während sich Wanderer und Sonnenanbeter über das milde Herbstwetter freuen, nimmt die Waldbrandgefahr zu. Förster, Waldbesitzer und Feuerwehren sehnen sich nach Regen.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Kritisch. So bewertet Tirols Landesforstdirektor Josef Fuchs derzeit die Situation in den heimischen Wäldern. Das anhaltende Schönwetter und die ausbleibenden Niederschläge lassen die Waldbrandgefahr hierzulande rapide steigen. Zwar sei die Situation in Tirol noch nicht so alarmierend wie etwa in Salzburg oder Ostösterreich, mit jedem weiteren trockenen und warmen Tag spitze sich die Lage jedoch zu. Lokale Unterschiede könne er keine festmachen, es bräuchte im gesamten Land endlich wieder Niederschlag, meint der Landesforstdirektor. Mit kurzen Regengüssen werde dann es allerdings nicht getan sein, vielmehr bräuchte es mindestens einen ganzen Tag lang Niederschläge.

Ähnlich groß wie Fuchs sieht auch Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl die Waldbrandgefahr für Tirol. Nicht nur der ausbleibende Regen oder Schnee, sondern auch die außergewöhnlich hohen Temperaturen würden ihren Beitrag dazu leisten: Denn dadurch friere es in der Nacht nicht und es könne sich kein Raureif bilden, der die Böden befeuchten würde. „Wer jetzt in Waldnähe mit Feuer hantiert, der handelt grob fahrlässig und unvernünftig“, sagt Hölzl und appelliert an Wanderer und Spaziergänger, sich entsprechend verantwortungsvoll in den Wäldern zu verhalten. Selbstentzündungen, etwa durch Glasscherben, seien zu dieser Jahreszeit eher weniger das Problem. „Dafür ist die Einstrahlung der Sonne nicht mehr intensiv genug“, erklärt Hölzl. So wie sich der Wald dieser Tage präsentiere, reiche aber ein Funke, um einen Brand auszulösen. Zweckfeuer in Waldnähe könnten schnell außer Kontrolle geraten, aber auch die klassische achtlos weggeworfene Zigarette gilt laut Hölzl als große Gefahrenquelle eines Waldbrandes.

Glaubt man den Experten, dann ist zumindest in den kommenden Tagen noch kein Regen oder Schnee in Sicht. Am heutigen Martinitag bleibt es im Westen und Süden Österreichs freundlich, nur im Norden und Osten könnte es ein paar Regentropfen geben. „Zwar gehen die Temperaturen im Laufe des kommenden Wochenendes speziell auf den Bergen zurück, schon zu Beginn der neuen Woche kündigt sich aber wieder milde Luft an“, erklärt Josef Lukas, Meteorologe beim Wetterdienst Ubimet. „Wir befinden uns in einer straffen Westströmung, die Luft kommt direkt vom Atlantik. Diese Luftmassen sind in der Regel zwar recht feucht, gerade zu dieser Jahreszeit aber oft auch eher mild, womit es meist nur im höheren Bergland für Schneefall reicht“, erklärt der Meteorologe.

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