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Lufthansa sagt für morgen 930 Flüge ab, Schlichtung möglich

Der Streik bei der Lufthansa könnte doch vorzeitig enden.
© APA/dpa/Boris Roessler

Das Arbeitsgericht entschied, dass die Lufthansa-Flugbegleiter am Dienstag nicht mehr am Standort Düsseldorf streiken dürfen. Unterdessen steht eine Schlichtung im Raum.

Frankfurt, Düsseldorf – Noch ist der Machtkampf zwischen der AUA-Mutter Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft nicht entschieden. Zumindest erschien am Dienstag eine Gesamtschlichtung möglich, nachdem beide Seiten erklärt hatten, sie sein dazu grundsätzlich bereit. Die Lufthanse sicherte die Schlichtung schriftlich zu und forderte Ufo auf, den Streik schnellstmöglich zu beenden.

Absagen wollte die Gewerkschaft den Streik aber vorerst nicht. Man sei aber zu einem Spitzengespräch mit der Lufthansa noch an diesem Abend bereit, erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies am Dienstagabend am Frankfurter Flughafen. Wenn es gelinge, den Schlichtungsvorschlag einzubetten in Gespräche über die Unternehmenszukunft, könne der Streik umgehend abgesagt werden. „Streik ist kein Selbstzweck“, sagte Baublies. Er warte auf einen Anruf der Lufthansa.

Die Fluggesellschaft strich wenig später 930 Flüge für Mittwoch, insgesamt knapp 100.000 Fluggäste sind betroffen. Darunter sind auch 22 Flüge von und nach Österreich. Innsbruck und Salzburhg bleiben ebenso verschont wie Linz. Am Flughafen Wien fallen am Mittwoch sieben Lufthansa-Rotationen aus und in Graz sind es vier. Das ergab eine Statusabfrage auf der Lufthansa-Webseite am Dienstagabend.

Lufthansa klagt in Düsseldorf erneut gegen Streik

Die Lufthansa will den Streik des Kabinenpersonals auch für die nächsten Tage vom Düsseldorfer Arbeitsgericht verbieten lassen. Das teilte das Gericht am Dienstagabend mit. Es hatte wenige Stunden vorher dem Unternehmen bereits stattgegeben und den Arbeitskampf der Gewerkschaft Ufo am Dienstag für rechtswidrig erklärt.

Das galt jedoch nur für diesen Tag, weil sich der Eilantrag der Lufthansa nur auf Dienstag bezogen hatte. Nunmehr reichte die Airline einen weiteren Antrag auf eine Einstweilige Verfügung nach, der sich auf die Streikdrohung bis einschließlich Freitag bezieht. Wann darüber entschieden wird, wurde nicht mitgeteilt. Die Entscheidungen des Gerichts gelten nur für den Standort Düsseldorf.

Die Arbeitsrichter halten den Arbeitskampf für rechtswidrig, da die Gewerkschaft ihre Streikziele nicht hinreichend bestimmt formuliert habe. Es bleibe etwa unklar, ab welchem Mindestalter, nach welcher Wartezeit und für welchen Zeitraum die von der Gewerkschaft Ufo verlangten Versorgungsleistungen gewährt werden sollten.

Arbeitsrichter in Darmstadt unterbrach Verhandlung

Im Prozess vor dem Arbeitsgericht in Darmstadt um eine einstweilige Verfügung der Lufthansa gegen den Streik der Flugbegleiter sind die Verhandlungen am späten Dienstagabend unterbrochen worden. Arbeitsrichter Rainer Lösch unterbreitete beiden Parteien den Vorschlag, sich auf ein Spitzengespräch zu verständigen.

Auf diesem sollen dann Mindeststandards für eine anschließende Schlichtung gefunden werden. „Ich meine, dass darin eine Chance liegt“, sagte der Richter. Die Arbeitskämpfe sollen nach dem Vorschlag währenddessen ausgesetzt werden. Anwälte der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sowie der Lufthansa zogen sich daraufhin zu Beratungen zurück. Die Lufthansa hatte ihre Klage in Darmstadt zuvor auf die nächsten Streiktage erweitert. Ufo-Chef Nicoley Baublies (APA/dpa, tt.com)

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