Flüchtlinge -Platter: „Regierung muss mit dem Streit aufhören“

Innsbruck (APA) - Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat sich alles andere als angetan vom derzeitigen Erscheinungsbild der Bundes...

Innsbruck (APA) - Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat sich alles andere als angetan vom derzeitigen Erscheinungsbild der Bundesregierung in der Flüchtlingsfrage gezeigt. „Die Regierung muss mit dem Streit aufhören“, forderte Platter am Dienstag bei der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung und mahnte eine „gemeinsame Vorgangsweise“ ein.

Es könne nicht sein, dass der Bevölkerung „ohne Plan“ tagtäglich neue Informationen übermittelt würden und so die Verunsicherung der Menschen immer größer werde, erklärte Platter und hoffte auf ein gemeinsames Konzept der Bundeskoalition zu einem besseren Grenz-Management am Mittwoch.

Von „Grenzen dicht machen“ hielt der Landeschef jedoch nichts und wollte sich eine entsprechende Vorgangsweise an der Grenze zwischen Nord- und Südtirol gar nicht erst vorstellen. Wo Grenzen dicht gemacht würden, dort zerbreche Europa.

Der Landeschef kündigte an, dass Tirol mit Ende des Jahres Plätze für 6.000 Asylwerber geschaffen haben werde. Derzeit leben rund 4.700 Asylwerber in dem Bundesland.

Die angekündigten drei Traglufthallen zur Unterbringung von Flüchtlingen werden noch vor Weihnachten aufgestellt sein, erklärte die zuständige Landesrätin Christine Baur (Grüne). Eine dieser Hallen werde in Innsbruck stehen, eine weitere in Hall in Tirol. Bezüglich des Standorts der dritten Halle sei man noch auf der Suche.

Unterdessen beschloss die Landesregierung am Dienstag in ihrer Sitzung ein Maßnahmenpaket zur Integration von Asylwerbern. Die Unterstützung des Landes betreffe in einem ersten Schritt die Verbesserung der Hilfe bei der Wohnungssuche. Ebenso sollen nicht-pädagogische Stützkräfte Flüchtlingskinder im Alltag unterstützen sowie die Kommunikation zwischen Schule und Eltern fördern, hieß es. Die Begleitung in und während der Lehre, ein „Buddysystem“ mit einheimischen „Patenschaften“ für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und der Ausbau der psychosozialen Versorgung von traumatisierten Flüchtlingen seien weitere beschlossene Integrationsmaßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung, erklärte Baur.