Flüchtlinge

Land setzt auf Integration, LH regt Streit im Bund auf

Eine Traglufthalle zur Flüchtlingsunterbringung im deutschen Haunstetten: Auch in Tirol (Innsbruck, Hall und ein weiterer Standort) sollen drei dieser Hallen noch vor Weihnachten aufgestellt werden.
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Rot-Schwarz in Wien müsse endlich mit dem Streiten aufhören, fordert LH Günther Platter. Schwarz-Grün hat ein Integrationspaket geschnürt.

Von Anita Heubacher

Innsbruck – In Tirol braucht es Notzelte für Transitflüchtlinge in Kufstein, Quartiere für Asylwerber und Wohnungen für Flüchtlinge. 4700 Asylwerber sind in Tirol untergebracht, 6000 sollen es bis Jahresende sein. Die Landesregierung behilft sich hierbei mit Traglufthallen, die in Innsbruck und Hall aufgestellt und je bis zu 200 Asylwerbern Platz bieten sollen. Ein dritter Standplatz werde noch gesucht, erklärten LH Günther Platter (VP) und Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) am Dienstag nach der Regierungssitzung.

Gebraucht werden aber auch Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Hilfsorganisationen hatten zuletzt Alarm geschlagen, dass es fast unmöglich sei, Wohnungen für Flüchtlinge aufzutreiben. Der Andrang auf Wohnungen sei zu groß, Flüchtlinge am Ende der Warteschlangen.

Die Landesregierung verabschiedete ein Integrationspaket. Es beinhaltet, dass Flüchtlinge bei der Wohnungssuche besser unterstützt werden sollen. Wie genau, war gestern noch unklar. Man sei mit den sozialen Wohnbauträgern im Gespräch, meinte Baur. Eigene Gebäude zu errichten, lehnt sie ab. „Das ist der völlig falsche Weg“, meinte auch LH Platter. Man setze auf ein Miteinander und nicht auf eine Separation. Flüchtlinge erhalten Mindestsicherung, womit auch die Wohnungskosten abgedeckt werden sollen. Die Kosten für die Mindestsicherung sind gestiegen, zuletzt wurden immer wieder Forderungen laut, über die Höhe der Mindestsicherung nachzudenken. In der Landesregierung sei das kein Thema gewesen, hieß es gestern. „Wir haben darüber nicht debattiert“, erklärte Platter.

Im Integrationspaket enthalten ist weiters eine besser­e psychologische Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen. In den Schulen sollen nicht-pädagogische Stützkräfte Flüchtlingskinder im Alltag unterstützen und die Kommunikation zwischen Schule und Eltern fördern. Gefragt ist auch weiterhin das soziale Engagement von Freiwilligen. Sie sollen „Patenschaften“ übernehmen.

Hart ins Gericht ging Platter mit der Bundesregierung. Der Streit zwischen ÖVP und SPÖ müsse „endlich aufhören“. Es könne nicht sein, dass der Bevölkerung „ohne Plan“ tagtäglich neue Informationen übermittelt würden und so die Verunsicherung der Menschen immer größer werde, meinte Platter in Richtung Wien.

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