Immer mehr Flüchtlinge aus Afghanistan weichen in die Schweiz aus

Bern (APA/sda) - Die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan, die in die Schweiz einreisen, ist markant angestiegen. Allein in der letzten Woch...

Bern (APA/sda) - Die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan, die in die Schweiz einreisen, ist markant angestiegen. Allein in der letzten Woche sind 495 Afghanen an der Ostgrenze eingetroffen. Mit einer schnellen Behandlung ihrer Fälle können sie aber auch in der Schweiz nicht rechnen.

Die Eroberung von Kunduz durch die Taliban Ende September hat einen erneuten Flüchtlingsschub ins Ausland ausgelöst. Nach Syrern stellen Afghanen inzwischen die größte Gruppe von Flüchtlingen, die nach Deutschland gehen. Täglich treffen rund 2000 oder mehr von ihnen ein - Tendenz steigend.

Die afghanische Regierung hält die Sicherheitslage im eigenen Land für schlecht. Trotzdem will die deutsche Regierung wieder Afghanen abschieben. Afghanische Flüchtlinge zieht es daher vermehrt in die Schweiz.

In der ersten Novemberwoche griff das Grenzwachtkorps an der Ostgrenze 670 Flüchtlinge auf, davon stammten 495 Personen aus Afghanistan, wie die neusten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) zeigen. Hinzu kommen 156 afghanische Flüchtlinge, die andernorts registriert wurden.

Der befürchtete Flüchtlingsansturm blieb bisher aus. Am letzten Sonntag seien gegen 100 Personen an der Ostgrenze aufgenommen worden, sagt Jörg Köhler, Leiter des St. Galler Amtes für Militär und Zivilschutz, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Am Montag und am Dienstag war die Lage am Bahnhof Buchs jedoch ruhiger als in der Vorwoche.