Studie: Afrikas Firmen erobern Marktanteile auf dem Kontinent

Johannesburg (APA/AFP) - Afrikanische Unternehmen gewinnen auf ihrem Heimatkontinent gegenüber etablierten internationalen Konzernen zunehme...

Johannesburg (APA/AFP) - Afrikanische Unternehmen gewinnen auf ihrem Heimatkontinent gegenüber etablierten internationalen Konzernen zunehmend an Boden. Firmen aus Afrika hätten ein besseres Gespür für die örtlichen Marktbedingungen und würden Gelegenheiten zum Ausbau ihrer Marktanteile nutzen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der US-Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Dem Bericht zufolge haben sich die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Afrika spürbar verbessert, was afrikanische Firmen im Vergleich zur ortsfremden Konkurrenz konsequenter ausnutzten.

Als Beispiel nennt der Bericht unter anderem den südafrikanischen Telekommunikationsanbieter MTN, der sich auf Afrikas größten Markt Nigeria vorgewagt habe, „während westliche Anbieter noch zögerten“. Inzwischen habe MTN in Nigeria Millionen von Kunden. Aus Nigeria selbst treibe beispielsweise die Zementfirma Dangote Cement, deren Inhaber Aliko Dangote kürzlich vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ zum reichsten Menschen des Kontinents gekürt wurde, die Expansion auf Märkte wie Sambia oder Simbabwe voran. In Angola wiederum sei der heimische Getränkeproduzent Refriango mittlerweile unangefochtener Marktführer.

Zwar genössen die etablierten Konzerne gegenüber „Afrikas Löwen“, wie die aufstrebenden Unternehmen des Kontinents in dem Bericht genannt werden, immer noch immense Vorteile. Doch um nicht weitere Marktanteile einzubüßen, müsse die internationale Konkurrenz anerkennen, dass sich die Geschäftsbedingungen in Afrika geändert hätten. Der Zugang zu Kapital, lange Zeit das größte Hindernis für heimische Unternehmen, habe sich gebessert, schreiben die Autoren. Zudem kehrten im Ausland gut ausgebildete Afrikaner immer öfter in ihre Heimatländer zurück, was den dortigen Unternehmen zugutekomme.

Internationale Firmen bräuchten „eine echte Afrika-Strategie“ und könnten es sich nicht länger erlauben, den Kontinent als „Nebenschauplatz“ zu betrachten, sagte BCG-Autor Patrick Deroux. Trotz des niedrigen Ölpreises, der Ebola-Epidemie und verschiedener bewaffneter Konflikte habe Afrikas Wachstum in den vergangenen Jahren deutlich über dem weltweiten Durchschnitt gelegen. Auch wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Afrika südlich der Sahara kürzlich verringerte, seien in Ländern wie der Elfenbeinküste, Äthiopien oder Mosambik vorerst weiter Raten von mindestens sieben Prozent zu erwarten.