Südsudan

Bewegte und bewegende Bilder eines Osttiroler Hilfsprojektes

Ein Film über das Gesundheitszentrum im Südsudan hat im Advent im Kino Premiere. Bei den Spenden ist die 500.000-Euro-Marke geknackt.

Von Claudia Funder

Lienz –Bisher kennt man das Hilfsprojekt des Lienzer Kinderarztes Franz Krösslhuber, das mit Spenden finanzierte Health Care Centre in Mondikolok/Südsudan, hierzulande von Berichten und Fotos. Schon bald wird ein tieferer Einblick gewährt. Die beiden frischgetrauten Filmemacher Doris und Alex Papsch waren im Sommer wochenlang in Afrika und hielten eindrucksvolle Momente in Bild und Ton fest. Sie begleiteten Franz Krösslhuber bei seiner Arbeit, fingen Land und Leute mit der Kamera ein und dokumentierten, wie wichtig die Hilfe aus Österreich in diesem von Krisen gebeutelten Staat ist. Denn der Bürgerkrieg frisst viele Ressourcen auf, die Infrastruktur ist am Boden.

Berührend in dem einfühlsam gestalteten Filmdokument sind etwa die Blicke der südsudanesischen Auszubildenden, die bei einer Ultraschalluntersuchung Krösslhubers erstmals ein ungeborenes Kind im Bauch der werdenden Mutter sehen. Viele Interviews bereichern den bildstarken, musikunterlegten Film – mit dem Projektvater selbst, aber auch mit Mitarbeitern und Patienten.

Kinderarzt Franz Krösslhuber mit jungen Patienten im Health Care Centre.
© OfJM

Der Rohschnitt sei bereits fertig, erzählt Alex Papsch im Gespräch mit der TT. „Das Endergebnis wird etwa 86 Minuten lang sein.“ Erstmals in vollem Umfang wird „Osttirol für Mondikolok“, so der vorläufige Titel, im Advent im Lienzer Kino zu sehen sein.

Das Health Care Centre, seit März in Betrieb, fand in der Bevölkerung von Beginn an großen Anklang, berichtet Krösslhuber. Der medizinische Betrieb laufe gut, 300 bis 500 Patienten pro Monat werden versorgt. Die staatliche Unterstützung wurde wegen Geldmangels leider eingestellt. „Aber ich hoffe, dass wir wenigstens einen kleinen Teil an Zuwendungen erhalten“, so Krösslhuber. Seine Pläne für 2016: die Inbetriebnahme der Geburtenstation, die Professionalisierung der Patientendokumentation, der Bau eines Personal- und Gästehauses, die Anschaffung eines Rettungswagens und die Errichtung einer Blutbank. Angedacht ist auch der Bau eines OP-Saals. Der Kampf gegen die Müttersterblichkeit – nirgendwo auf der Welt ist sie höher als im Südsudan – bleibt weiterhin eine große Herausforderung.

Aus der einstigen Vision Franz Krösslhubers – ein Spital im Südsudan – ist längst Wirklichkeit geworden. „Realität ist sie aber erst dann, wenn das Health Care Centre an afrikanische Hände übergegangen ist und genau so gut läuft, wie es laufen soll“, stellt er klar. In fünf bis sieben Jahren soll es so weit sein.

Über 500.000 Euro wurden bereits gespendet. Jede zusätzliche Unterstützung trägt dazu bei, weiteres Leben im Südsudan zu retten. IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523.

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Catharina Oblasser

Catharina Oblasser

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