Burgenland fasst 170 Landesbeteiligungen in Holding zusammen

Eisenstadt (APA) - Rund 170 Landesbeteiligungen und Vereine im Burgenland bekommen neue Strukturen, gab Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am...

Eisenstadt (APA) - Rund 170 Landesbeteiligungen und Vereine im Burgenland bekommen neue Strukturen, gab Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Dienstag in Eisenstadt bekannt. Die Beteiligungen werden in einer Landesholding zusammengefasst, deren Leitung ab Jänner der derzeitige Erste Bank Landesdirektor Hans Peter Rucker (48) übernimmt.

Im Zuge der Umsetzung soll die Zahl der Geschäftsführer „deutlich reduziert“ und der Proporz abgeschafft werden. „Wir wollen die modernsten Strukturen Österreichs haben“, erklärte Niessl. Der „Konzern Burgenland“ werde eine Bilanzsumme von rund 2,4 Mrd. Euro haben. Landesverwaltung und alle Beteiligungen zusammen beschäftigen rund 9.000 Mitarbeiter.

„Wir wollen Synergien nützen“, meinte Niessl und nannte als Beispiele die EDV sowie Support-Leistungen. Rechts- und Umweltgutachten etwa sollen durch eine zentrale Stelle ausgearbeitet werden. Rucker, 25 Jahre in Funktionen im Banken- und Finanzsektor tätig, sei der in einem Assessment Bestgereihte von zehn Bewerbern und kenne auch die Strukturen und die Wirtschaft des Landes.

Geplant sei eine Konzernstruktur mit einer operativen Holding, die gemeinsam zu erbringende Leistungen in sich vereinige, etwa ein Konzern-Controlling, erläuterte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ). Derzeit sei diese Aufgabe noch „suboptimal“ gelöst. Einsparungseffekte wolle man mithilfe der Gruppenbesteuerung erzielen.

Zentrale Bereiche werden in sieben Säulen zusammengefasst, für die es künftig jeweils einen Verantwortlichen geben wird: Energie, Kultur, Soziales und Gesundheit sowie Sicherheit, Tourismus und Thermen, Innovation und Bildung, Wirtschaftsdienstleistungen, Infrastruktur inklusive Verkehr.

„Ich habe das Gefühl, dass man in dieser Aufgabe auch einiges gestalten kann“, begründete Rucker seine Bewerbung. Beim Säulenmodell gehe es um mehr Effizienz und Qualität. Der Holding-Geschäftsführer wird ab Jänner ein Büro im Technologiezentrum beziehen, das schon bisher von einer Landesgesellschaft genutzt werde. Bei der Umstrukturierung gebe es kein fixes Datum für den Abschluss. Man wolle den Prozess schnell umsetzen: „Es müssen wirtschaftlich sinnvolle Lösungen gefunden werden.“

Teil der Landesholding sind beispielsweise neben der Energie Burgenland auch die Belig (Beteiligungs- und Liegenschaftsgesellschaft) mit ihren Tochterunternehmen, die Technologiezentren, die Wirtschaft Burgenland GmbH (WiBuG) mit den Wirtschaftsparks und den Thermen.

Der Plan, alle Beteiligungen des Landes unter einem Konzerndach zu versammeln, habe nur einen Grund: „Die rote Allmacht im Burgenland soll mit Unterstützung der blauen Steigbügelhalter flächendeckend um sich greifen“, erklärte ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf in einer Aussendung. Ein weiterer Mehrwert sei für ihn aus der Konzerndach-Strategie jedenfalls nicht erkennbar. Dabei sei der Grundgedanke gut, „weil damit Überblick und Effizienzsteigerungen möglich wären und mit einer Neuaufstellung effektive Strukturen geschaffen werden können“.