Flüchtlinge - Bulgarien besorgt über steigende Ankunftszahlen

Sofia (APA) - Bulgarien ist zunehmend besorgt angesichts des anhaltenden Flüchtlingszustroms. Die aktuelle Flüchtlingswelle aus dem Nahen Os...

Sofia (APA) - Bulgarien ist zunehmend besorgt angesichts des anhaltenden Flüchtlingszustroms. Die aktuelle Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten durch Südosteuropa Richtung Deutschland und Österreich stelle derzeit das größte Risiko für die nationale Sicherheit des Landes dar, urteilte der Sicherheitsrat, der am Dienstag bei Präsident Rossen Plewneliew in Sofia tagte.

„Die andauernde Flüchtlingskrise und ihre zu erwartende Vertiefung führen zu einem steigenden Migrationsdruck an Bulgariens Grenzen“, erklärte Präsident Plewneliew nach vierstündigen Beratungen mit den Geheimdienstchefs, Ministerpräsident Bojko Borissow, Verteidigungsminister Nikolaj Nentschew, Innenministerin Rumjana Batschwarowa, Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow und den Fraktionschefs aller Parlamentsparteien. Bisher haben heuer rund 15.000 Flüchtlinge einen Asylantrag in Bulgarien gestellt, 3.500 davon allein im Oktober.

Hintergrund der Befürchtungen Bulgariens, dass trotz des Wintereinbruchs in den kommenden Monaten eine neue Flüchtlingswelle zu erwarten sei, ist unter anderem auch die Idee der EU-Innenminister bei ihrem Sondertreffen am Montag, sogenannte Bearbeitungszentren entlang der Balkanroute zur Flüchtlingsregistrierung einzurichten. Dies würde die Zahl der Flüchtlinge auf dem Balkan in die Höhe steigen lassen, meinen Beobachter in Sofia.

In den Ausführungen des bulgarischen Staatspräsidenten zur Tagung des Sicherheitsrates war auch Kritik an die Adresse Brüssels zu hören. „Die Europäische Union ist offensichtlich weder in der Lage, ihre Außengrenzen effektiv zu schützen, noch sich auf eine gemeinsame Migrationspolitik zu einigen“, so Plewneliew. Das Dublin-Abkommen und das Schengener Abkommen hätten „ausgedient“ und seien den aktuellen Entwicklungen in Europa nicht mehr gewachsen, so der bulgarische Präsident.

Bulgarien grenzt an die Türkei, liegt aber nicht an der aktuellen Hauptroute von Flüchtlingen. Die Grenze zur Türkei wird durch Polizei streng bewacht und ist teilweise auch durch einen Grenzzaun gesichert.