Großbritannien vermutet Sicherheitslücken an ägyptischen Flughäfen

London/Sharm el-Sheikh/Kairo (APA/AFP) - Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat der br...

London/Sharm el-Sheikh/Kairo (APA/AFP) - Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat der britische Außenminister Philip Hammond mögliche Sicherheitslücken bei den Kontrollen an ägyptischen Flughäfen bemängelt.

Es sei denkbar, dass Mängel bei der Sicherheit am Flughafen von Sharm el-Sheikh „den ersten erfolgreichen Bombenanschlag auf ein Flugzeug seit dem Anschlag von Lockerbie im Jahr 1998“ ermöglicht hätten, sagte Hammond am Dienstag in Washington.

Es sei nicht schwer, sich eine kleine Bombe zu besorgen, die ausreiche, um ein Flugzeug zum Absturz zu bringen, sagte Hammond. Die Schwierigkeit bestehe darin, sie in den Abflugbereich eines Flughafens zu bringen, „der sicher sein sollte“. Deshalb stelle sich die Frage nach den Fähigkeiten des Bodenpersonals in Sharm el-Sheikh. Er wolle „nicht mit dem Finger auf die Ägypter zeigen“, aber es gebe in einigen Ländern „Probleme bei der Ausbildung und Motivation des Sicherheitspersonals“.

Hammonds Angaben zufolge entsendete Großbritannien unmittelbar nach dem Absturz des russischen Flugzeugs Ende Oktober, bei dem auf dem Flug von Sharm el-Sheikh nach St. Petersburg alle 224 Menschen an Bord starben, ein Sicherheitsteam an den Flughafen von Sharm el-Sheikh. Die Experten hätten sich die Aufnahmen aus Überwachungskameras in den Sicherheitsbereichen angesehen. Daraufhin sei entschieden worden, alle britischen Flüge in den Ferienort zu stoppen, bis „die Dinge geregelt“ seien.

Der britische Geheimdienst hält es für wahrscheinlich, dass eine Bombe an Bord der russischen Maschine geschmuggelt wurde. Der ägyptische Ableger der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich dazu bekannt, das Flugzeug zum Absturz gebracht zu haben. Ägypten prüft derzeit noch verschiedene mögliche Absturzursachen.