Verfassungsgericht legt Integration der Kosovo-Serben auf Eis

Prishtina (Pristina) (APA/dpa) - Das Verfassungsgericht Kosovos hat das Abkommen ausgesetzt, mit dem die serbische Minderheit in den fast nu...

Prishtina (Pristina) (APA/dpa) - Das Verfassungsgericht Kosovos hat das Abkommen ausgesetzt, mit dem die serbische Minderheit in den fast nur noch von Albanern bewohnten Staat integriert werden sollte. Die Anwendung dieses Vertrages, der weitgehende Autonomie für die Serben vorsieht, sei auf Eis gelegt, teilte das Gericht am Dienstag in Pristina mit.

Das Abkommen ist das Kernstück der jahrelangen EU-Vermittlung zwischen den beiden zerstrittenen Nachbarn Kosovo und Serbien. Das Vertragswerk bleibe solange ausgesetzt, bis das Gericht endgültig über seine Verfassungsmäßigkeit entschieden habe, hieß es weiter.

Ein Spruch des Gerichts kann viele Monate dauern. Seit Monaten läuft auch die nationalistische Opposition im Kosovo-Parlament Sturm gegen dieses Abkommen. Sie boykottierte die Volksvertretung oder legte sie mit Tränengas lahm. Die Opposition behauptet, mit dem Abkommen werde das Kosovo zu einem zweigeteilten Staat.