Viel Rossini, ein Händel und einmal Jesus - Klassiknews

Wien (APA) - *...

Wien (APA) - *

Julia Lezhneva interpretiert den Italo-Händel (Decca): Obgleich erst 25 Jahre jung, hat sich die russische Koloratursopranistin Julia Lezhneva bereits einen Namen im Bereich der Alten Musik gemacht und unter anderem im Team um den Countertenor Max Emanuel Cencic Werke wie Hasses „Siroe“ oder Händels „Alessandro“ eingespielt. Letzterem ist nun auch ihre neue Solo-CD gewidmet, konkret den frühen italienischen Werken des deutschen Barockmeisters, die er schrieb, als er selbst noch jünger war als Lezhneva heute ist. Dabei tiriliert sich die Sängerin mit ihrem federleichten Sopran durch Furienarien wie „Un Pensiero Nemico Di Pace“ und sinnlich-ruhige Stücke à la „Lascia La Spina“. Im spannenden Kontrast zum flirrenden Timbre der Russin agieren die Originalklangveteranen Il Giardino Armonico unter Giovanni Antonini mit hartem Beat. Dem jungen Händel hätte es gefallen.

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Rolando Villazon gräbt Belcanto-Schätze aus (Deutsche Grammophon): Zuletzt hatte er sich mehr auf das Regieführen und Schreiben verlegt, nun meldet sich der mexikanische Publikumsliebling Rolando Villazon als Sänger zurück. Unter dem Titel „Treasures of Bel Canto“ hat er ein Album mit Liedern der vier großen italienischen Opernkomponisten Bellini, Donizetti, Rossini und Verdi zusammengestellt - eigens versehen mit Orchesterbegleitung. Die Frühwerke zeigen dabei interessante Querverweise auf die musiktheatralen Werke ihrer Erschaffer und zugleich auch ein gewisses Eigenleben, das das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentin unter Marco Armiliato herausarbeitet. Und für Belcanto-Liebhaber gibt es sogar ein Duett mit Cecilia Bartoli von Rossini zum Abschluss.

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Friar Alessandro besingt zum dritten Mal Gott (Decca): „Voice of Peace“ lautet der Titel des dritten Albums, das der italienische Franziskanermönch Alessandro vorlegt und dafür auf dem Cover in Kutte samt Taube und Ölzweig posiert. Vom kirchentagtauglichen Äußeren sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, entfaltet der Tenor doch bei Klassikern wie „Amazing Grace“ beinahe Crooner-Qualitäten, was selbst in Maßen für die gleich drei „Ave Marias“ (Bach, Saint-Saens und Vavilov) auf der Platte zutrifft. Und auf Albinonis „Adagio“ hat Bruder Alessandro sogar selbst den Text geschrieben.

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Domingo Karriere-Best-of (Deutsche Grammophon): 55 Jahre dauert die Karriere von Startenor und mittlerweile -bariton Placido Domingo schon - genug Stoff also für ein Best-of Album. Unter dem programmatischen Titel „The 50 Greatest Tracks“ bietet die Deutsche Grammophon deshalb einen Querschnitt durch das Oeuvre des Sängers, der von Verdi über Rossini, von Wagner bis Schubert reicht und rechtzeitig für den Gabentisch zu Weihnachten erscheint.