Indiens gigantische Pläne zur Flussverbindung

Neu-Delhi (APA/dpa) - Die indische Regierung will auf dem ganzen Subkontinent 37 Flüsse miteinander verbinden. Die Kanäle sollen zum Beispie...

Neu-Delhi (APA/dpa) - Die indische Regierung will auf dem ganzen Subkontinent 37 Flüsse miteinander verbinden. Die Kanäle sollen zum Beispiel Regenwasser aus dem Himalaya in die Wüsten Rajasthans leiten oder im Süden Indiens die Bucht von Bengalen mit dem Arabischen Meer verbinden. Geplant sind fast 15.000 Kilometer neue Wasserstraßen.

Nach Angaben der Behörde für Wasserentwicklung NWDA kann durch zusätzliche Bewässerung die landwirtschaftliche Produktivität erhöht werden. Außerdem werde Wasser aus Regionen, wo es häufig zu verheerenden Überschwemmungen kommt, in trockenere Gebiete geleitet.

Das Vorhaben umfasst mehr als 3.000 Wasserspeicher und 30 Kanäle. 175 Billionen Liter Wasser sollen pro Jahr umgeleitet werden. An den Staudämmen, die für das Projekt gebaut werden, können laut Plan 34 Gigawatt Strom produziert werden. Aktivisten befürchten, dass durch die Stauseen mehr als eine halbe Million Menschen vertrieben werden.

Die Idee gibt es bereits seit den 1970er-Jahren, aber sie wurde wegen Umweltbedenken zunächst wieder begraben. Nun macht sich Indiens Premierminister Narendra Modi im Rahmen seiner Agenda für Wirtschaftsentwicklung für das Projekt stark: „Gebt unseren Bauern Wasser und seht, welche Wunder sie vollbringen können.“