Abgas-Skandal

VW-Skandal: Produktionsstopp in den USA

VW-Werk in Chattanooga (Tennessee).
© REUTERS

Die Fertigung der Diesel-Fahrzeuge in US-Werk ausgesetzt. Laut VW darf man sich keine schnellen Erkenntnis bei der Aufklärung erwarten.

Berlin, Wolfsburg – Volkswagen hat die Erwartungen auf schnelle Ergebnisse bei der Aufklärung des Abgas-Skandals gedämpft. „Ich verstehe den Bedarf nach Schnelligkeit, aber uns geht es vielmehr darum, dass wir gründlich arbeiten und dass wir keine vorschnellen falschen Ergebnisse herausgeben“, sagte der Vertriebschef der Kernmarke Volkswagen, Jürgen Stackmann, auf einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend in Berlin.

„Es geht zur Zeit gar nicht darum, warum Leute was getan haben. Das werden die Untersuchungen ergeben. Uns geht es vielmehr darum, unseren Kunden vollständige Transparenz zu bieten“, fügte er hinzu. Der Wolfsburger Autobauer hatte im September zugegeben, weltweit bis zu elf Millionen Diesel-Fahrzeuge mit einem Computerprogramm ausgestattet zu haben, mit dem Abgaswerte bei Tests manipuliert werden können.

Produktionsstop von Mittelklassefahrzeugen

Volkswagen hat laut dem Fachblatt Automobile News einen Teil der Produktion im US-Werk in Chattanooga gestoppt. Während die Benziner des Modelljahres 2016 in den kommenden Wochen bei US-Vertragshändlern ankommen sollten, sei die Fertigung der Diesel-Fahrzeuge bei der Mittelklasse-Limousine ausgesetzt worden, berichtete das Blatt am Dienstag online unter Berufung auf einen Werkssprecher.

VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Produktion sei trotz des am 18. September durch die US-Umweltbehörde EPA ins Rollen gebrachten Abgas-Skandals zunächst fortgesetzt worden, heißt es in dem Bericht. VW hat zugegeben, in den USA im großen Stil Emissionstests von Diesel-Autos durch den Einbau einer speziellen Software manipuliert zu haben. Der Verkauf betroffener Wagen der Modelljahre 2015 und 2016 war danach gestoppt worden. (APA, dpa)

Verwandte Themen