Tiroler Erdbebenmessdienst wird 25 Jahre alt

Innsbruck (APA) - Der Tiroler Erdbebenmessdienst wird 25 Jahre alt, 1990 wurde die erste Station in Betrieb genommen. Mittlerweile verfügt T...

Innsbruck (APA) - Der Tiroler Erdbebenmessdienst wird 25 Jahre alt, 1990 wurde die erste Station in Betrieb genommen. Mittlerweile verfügt Tirol nach Angaben des Landes vom Mittwoch mit zehn Erdbebenstationen über das dichteste seismische Messnetz Österreichs. Der Großraum Innsbruck ist Schauplatz jedes dritten Erdbebens in Österreich.

Die Hälfte der Messstationen in Tirol ist mit Breitband-Systemen ausgerüstet. „Um eine flächendeckende und möglichst exakte Registrierung von Nah- und Fernbeben zu ermöglichen, werden wir gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in den kommenden Jahren auch die restlichen seismischen Messstationen aufrüsten“, kündigte Katastrophenschutzreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP) an. Damit würden nicht nur Mikrobeben in Tirol erfasst. Auch weiter entfernte seismische Ereignisse wie etwa ein Nukleartest könnten somit registriert werden.

Die vier Erdbebenmessstellen zwischen der Hinterhornalm und der Walderalm auf dem Gemeindegebiet von Gnadenwald, im Wattental, in St. Quirin im Sellrain sowie auf der Mooslam unterhalb der Hohen Munde auf Telfer Gemeindegebiet gehören zu den „Senioren“ unter den seismischen Messstationen. In den Jahren 2004 bis 2012 kamen im Rahmen von zwei Interreg-Projekten weitere sechs Stationen in Reutte und Namlos im Außerfern, im Kaunertal, in Abfaltersbach in Osttirol sowie in Zell am Ziller und in Fulpmes im Stubaital hinzu.

Alle Stationen wurden in einer Seehöhe von 1.500 bis 2.000 Metern in Stollen installiert und arbeiten mit vollständig automatischen Geräten. Die digitalen Messwerte werden über Richtfunk sowie über Lichtwellenleiter direkt von den Messstationen an die Berufsfeuerwehr in Innsbruck weitergeleitet, zwischengespeichert und dann nach Wien zur Zentrale des Erdbebenwarndienstes übertragen.

Das Inntal, das Wipptal, das Oberland mit Schwerpunkt Arlberggebiet und Lechtal zählen zu den Erdbebengebieten in Tirol. Fast jedes dritte Erdbeben in Österreich wird im Großraum Innsbruck verzeichnet. Heuer bebte die Erde in Tirol neun Mal, wenn auch nur in geringer Intensität mit einer Magnitude von 1,4 bis drei. Vom Erdbebenmessnetz registriert wurde auch der Felssturz am 2. Oktober im Pollestal, Gemeinde Längenfeld. Die mit einem Erdbeben vergleichbare Magnitude betrug 1,3. Das Ereignis dauerte laut Messdaten 40 Sekunden.