Innsbruck-Land

Kostenexplosion: Noch immer kein Licht ins Dunkel

© Denise Daum

Seit einem Jahr ist bekannt, dass die Kosten bei der Grieser Schulsanierung um 1,5 Mio. nach oben geschnellt sind. Warum, weiß nach wie vor niemand.

Von Denise Daum

Gries a. Br. –Wer ist für die Kostenüberschreitung von 1,5 Millionen Euro verantwortlich? Wer hat die Rechnungen abgesegnet? Wer hat Zusatzaufträge vergeben? Fragen über Fragen, die sich die Bürgermeister Klaus Ungerank (Vals) und Vinzenz Eller (Schmirn) auch noch ein Jahr nach Bekanntwerden der Kostenexplosion bei der Grieser Schulsanierung stellen. Wie mehrfach berichtet, waren die veranschlagten Kosten für die Sanierung der Neuen Mittelschule von 3,4 Millionen auf 4,9 Millionen geschnellt. Der Bürgermeister der Standortgemeinde Gries, Karl Mühlsteiger, der sich und auch den anderen nicht erklären konnte, wie es zu dieser Teuerung gekommen war, versprach Aufklärung. Auf die warten die Bürgermeister der Sprengelgemeinden, die an der Kostenüberschreitung schwer zu knabbern haben, nach wie vor. „Es ist mir unverständlich, wie das so lang dauern kann“, ärgert sich BM Ungerank. „Wir zahlen 1,2 Millionen – ich verlange eine Begründung, wie das passieren konnte“, schließt sich BM Eller an.

Mittlerweile haben sich auch „erzürnte, enttäuscht­e BürgerInnen“ mit einem Schreibe­n an die Bürgermeister der Sprengelgemeinden gewandt, um einerseits ihren Unmut über die Kostenüberschreitung zu äußern und andererseits die Dorfchefs aufzufordern, endlich Licht ins Dunkel zu bringen. „Ich lasse mir keinen Vorwurf machen. Ich kann nicht mehr tun, als die Grieser um Aufklärung zu bitten“, betont Eller.

Laut dem Bürgermeister von Gries seien nach wie vor Schlussrechnungen ausständig. „Es ist frustrierend. Ich hätte mir auch nicht gedacht, dass es so lange dauert, bis wir von allen Firmen die Rechnungen beisammenhaben.“ Erst wenn alle Abrechnungen vorliegen, könne eine externe Prüfung erfolgen. Dabei solle unter anderem die Angebotssumme mit der Abrechnung verglichen werden.

Mühlsteiger will sich jedenfalls keine Schuld an der Kostenüberschreitung vorwerfen lassen. Wenn die tatsächlichen Kosten 1,5 Millionen höher als die veranschlagten sind, liegt die Vermutung nahe, dass es auch dementsprechende Zusatzaufträge gegeben hat. „Ich habe keine Zusatzaufträge vergeben“, betont Mühlsteiger. „Wir werden im Rahmen der Prüfung schauen, wer die Regiezettel für die Vergaben unterschrieben hat.“ Dass die Kosten vielleicht sogar die 4,9 Millionen Euro überschreiten könnten, schließt Mühlsteiger aus. „Eher sind wir ein bisschen drunter.“

Wann denn nun mit einem Prüfergebnis zu rechnen sei, kann Mühlsteiger nicht sagen. Noch vor den Wahlen im Februar 2016? „Ich hoffe.“

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