Diakonie startet Winterkampagne gegen „Aushöhlen des Sozialstaats“

Wien (APA) - Die Diakonie startet ihre Winterkampagne mit 24 Forderungen an die Regierung. Im Rahmen der Kampagne werden Menschen und Projek...

Wien (APA) - Die Diakonie startet ihre Winterkampagne mit 24 Forderungen an die Regierung. Im Rahmen der Kampagne werden Menschen und Projekte vorgestellt, die sozialen Zusammenhalt fördern. Diakonie-Direktor Michael Chalupka warnte bei der Präsentation der Kampagne bei einer Pressekonferenz am Mittwoch vor einem „Aushöhlen des Sozialstaats“.

„Wir sehen im Moment zwei Bewegungen in Österreich, die diametral auseinanderlaufen“, sagte Chalupka. Einerseits engagieren sich Menschen freiwillig für Schutzsuchende und andererseits arbeite die Politik daran, Österreich durch „eine schleichende Demontage des sozialen Netzes und eine Spaltung der Gesellschaft“ unattraktiver zu machen.

Beispiele für die Signale, dass „der Sozialstaat ausgehöhlt werden soll“, sind für Chalupka neben der Debatte um Verschärfungen bei der Mindestsicherung der Ruf nach einer Kürzung des Arbeitslosengelds und fehlende Angebote und Finanzierung in der Pflege. Verschlechterungen gebe es auch bei der Familienbeihilfe für Menschen mit Behinderungen. „Diese Signale aus der Politik sind nicht nur darauf ausgerichtet, Österreich für Menschen auf der Flucht unattraktiv zu machen, sondern stellen auch unser Sozialsystem in Frage“, so Chalupka.

Unter dem Motto „Hoffnung braucht ein Ja!“ stellt die Diakonie 24 Forderungen an die Politik, die unter anderem Frühförderung, inklusive Ausbildung für Kinder mit Behinderung und eine Stärkung des gemeinnützigen Sektors betreffen. „Wir müssen rauskommen aus der Stimmung, dass Österreich in einer Krise sei“, betonte Chalupka.

Zu den „Hoffnungsträgern“ der Kampagne zählt die 18-jährige Hannah Wüstehube, die ihr freiwilliges Soziales Jahr in einem Flüchtlingshaus der Diakonie verbringt.“Ich wollte einfach in den Flüchtlingsbereich gehen, weil ich ein Teil davon sein wollte, dass etwas passiert“, sagte sie. „Bitte bedenkt, dass wir alle Menschen sind“, appellierte Ibrahim Khater, der vor einem Jahr aus Syrien nach Österreich geflohen war und nach einer langen Trennung seine Familie nachholen konnte. In Syrien war er Personalchef in einem großen Hotel, in Österreich hilft er derzeit freiwillig als Dolmetscher in einer Sozial- und Rechtsberatungsstelle.