Gerichtsurteil

Südafrikanische Polizisten müssen nach Mord an Taxifahrer in Haft

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

2013 sorgte der Tod eines Mannes aus Mosambik für Entsetzen, acht Polizisten sollen ihn getötet haben. Ein Gericht verurteilte die Männer nun zu je 15 Jahren Gefängnis.

Johannesburg – Über zweieinhalb Jahre nach dem grausamen Tod eines mosambikanischen Taxifahrers in Südafrika sind acht beteiligte Polizisten zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. „Jeder von Ihnen wird zu 15 Jahren Haft verurteilt“, verkündete der Richter Bert Bam am Mittwoch in der Hauptstadt Pretoria.

Es sei „völlig unnötig, unangebracht und überhaupt nicht gerechtfertigt“ gewesen, den 27-jährigen Mido Macia festzunehmen und ihn hinter einem Polizeiauto herzuschleifen. Der Mosambikaner Macia war im Februar 2013 wegen Falschparkens festgenommen worden. Danach gelangten Videoaufnahmen an die Öffentlichkeit, auf denen zu sehen ist, wie der Mann in Handschellen an einen Polizeiwagen gekettet durch die Straßen eines Townships östlich von Johannesburg geschleift wird.

Später wurde der Mann tot in seiner Zelle aufgefunden. Mit Verweis auf die im Obduktionsbericht aufgeführten Kopfverletzungen, Platzwunden und Prellungen kam Richter Bam zu dem Schluss, dass Macia in der Zelle weiter attackiert wurde.

Die acht Polizisten, die in dem Video zu sehen waren, waren bereits Ende August wegen Mordes schuldig gesprochen worden. Das Gericht sah es dem Urteil zufolge als erwiesen an, dass Macia von den Polizisten massiv „angegriffen“ wurde. Der Richter wies zudem die Argumentation der Polizisten zurück, Macia habe sich gewaltsam seiner Festnahme widersetzt und die Beamten beleidigt. Der Mann sei unrechtmäßig festgenommen worden und habe daher ein Recht darauf gehabt, sich zu widersetzen, erklärte Bam. Die südafrikanische Polizei sieht sich immer wieder mit Vorwürfen schwerwiegenden Fehlverhaltens im Dienst konfrontiert. (APA/AFP)

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