Steirischer Bankräuber vor Gericht: Nach Tat in Nachtklub gefeiert

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Mittwoch ein 27-Jähriger wegen Raubes vor einem Schöffensenat gestanden. Der Mann soll im J...

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Mittwoch ein 27-Jähriger wegen Raubes vor einem Schöffensenat gestanden. Der Mann soll im Juli eine oststeirische Bank überfallen haben. Dann vergnügte er sich mit der Beute - rund 41.000 Euro - in Kärntner Nachtlokalen. Der Überfall soll eine spontane Tat gewesen sein: „Eigentlich wollte ich ein Konto eröffnen“, erklärte er vor Gericht.

Der Oststeirer spazierte am 17. Juli unmaskiert und unbewaffnet in eine Bank in Feldbach. Zuvor hatte der Steirer zwei Dosen Bier getrunken. Als er da im Foyer, stand kam ihm „wie aus der Pistole geschossen“ die Idee, das Geldinstitut zu überfallen. Er ging zu einem Schalter und erklärte, er habe Bomben deponiert und wolle 100.000 Euro. „Warum diese Summe?“, fragte Richterin Julia Riffel. „Weil es eine runde Zahl ist“, kam die Antwort.

Bekommen hat er allerdings nur 40.100 Euro. Nachdem er das Geld bekommen hatte, bemerkte er, dass er es nicht wirklich transportieren konnte. Also bat der Spontan-Räuber höflich um ein Sackerl, verstaute die Beute, entschuldigte sich und verschwand.

Mit dem Geld wollte er „einen drauf machen“, also ging in einen Nachtklub und spendierte den Anwesenden mehrere Flaschen Champagner zu je 450 Euro. Insgesamt ließ er 6.000 Euro dort. Zu dieser Art von Vergnügen hatte er vorher schon tendiert, hatte er doch kurz zuvor seine 400 Euro Notstand sofort in einem Bordell verjubelt. „Wieso geben Sie alles an einem Tag aus?“, fragte die Richterin. „Weil das Geld nicht viel Wert ist zur Zeit“, so die Erklärung.

Nach der ersten Feier nach dem Überfall fuhr der 27-Jährige mit dem Taxi nach Villach. „Warum ausgerechnet nach Villach?“, interessierte die Richterin. „Ich war noch nie dort“, meinte der Beschuldigte. Auch in Kärnten ging er in ein Bordell, am nächsten Tag machte er einen Stopp bei einem BMW-Händler. „Wieso waren Sie dort?“, fragte die Vorsitzende. „Wieso, wieso“, sinnierte der Angeklagte. „Sie wissen aber schon, dass Sie keinen Führerschein haben“, erinnerte ihn die Richterin. Das kümmerte den Mann wenig, er entschied sich für einen BMW 320 und zahlte bar. Dann ging er noch ein wenig im Wörthersee baden und fuhr ziellos herum.

Kurze Zeit später war aber Schluss, eine Polizeistreife hielt ihn auf und nahm ihn fest. Rund 15.000 Euro wurden sichergestellt.

Ein Urteil des Schöffensenats wurde für Nachmittag erwartet.