Unternehmen

Air Berlin mit Sparprogramm, Fly Niki schreibt Gewinne

Niki bekommt in der neuen Formation mit TUIfly von Air Berlin Feriendestinationen mit Abflugsorten in Deutschland und der Schweiz dazu.
© TT / Thomas Böhm

Bis 2018 wird eine Ergebnisverbesserung von 310 Mio. Euro angepeilt. Air Berlin will engere Kooperation mit Etihad und Alitalia.

Berlin, Wien – Berlin/Wien – Die kriselnde Fluglinie Air Berlin setzt im Zuge des Konzernumbaus auf Langstreckenflüge vor allen nach Übersee. „Wir bauen unser Engagement dort aus, wo wir im bestehenden Wettbewerbsumfeld Marktanteile gewinnen können“, sagte Konzernchef Stefan Pichler am Mittwoch in Berlin bei der Vorlage der neuen Strategie. Man werde sich daher von weniger Mitarbeitern trennen als geplant, hieß es von der Niki-Mutter weiter.

Die geplantenKürzungen würden vor allem in der Verwaltung stattfinden. Konkrete Angaben zur Anzahl der Stellenstreichungen machte Air Berlin nicht, aus „Rücksicht auf die anstehenden Verhandlungen und Diskussionen mit den Arbeitnehmergremien“. Das Ziel seien sozialverträgliche und einvernehmliche Lösungen. Die Flotte soll bis Mitte 2016 auf eine reine Airbus-Flotte umgestellt werden. Auch die Kooperation mit dem Großaktionär Etihad soll trotz des Widerstands der deutschen Behörden soll intensiviert werden.

Der Niki-Mutterkonzern steckt seit längerem in der Krise - auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten bisher keine Wende zum Besseren. In den vergangenen sieben Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Pichler betonte im Quartalsbericht: „Für das Geschäftsjahr 2015 bleiben wir optimistisch und gehen weiterhin von einer Verbesserung der Durchschnittserlöse und des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr aus.“ Die Air-Berlin-Aktie lag am Vormittag rund ein Prozent im Plus.

Die 9.000 Mitarbeiter starke Airline steckt wegen eines verfehlten Expansionskurses tief in der Krise. Das Eigenkapital ist mit 544 Mio. Euro negativ, der Schuldenberg liegt bei 787 Mio. Euro. Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft. Eine damals getroffene Vereinbarung über Gemeinschaftsflüge von Etihad und Air Berlin läuft nach einer Entscheidung des deutschen Verkehrsministeriums Mitte Jänner 2016 aus.

Fly Niki mit guten Ergebnissen

Relativ gut läuft es hingegen bei den Air Berlin-Töchtern Fly Niki und Belair. Wie aus dem Niki-Jahresabschluss hervorgeht, wurde 2015 die Verrechnung mit dem Mutterkonzern Air Berlin umgestellt, was zu anderen Zahlungszeitpunkten führe. „Zur Sicherstellung dieser Zahlungen hat die Air Berlin PLC der Niki Luftfahrt GmbH eine Patronatserklärung gegeben“, heißt es darin. Im August 2015 hat Niki zudem einen Airbus A320 verkauft und zurückgemietet.

Laut dem Ergebnisverwendungsbeschluss blieb der Gewinn 2014 in der Niki Luftfahrt GmbH. Der Bilanzgewinn in der Höhe von 30,2 Mio. Euro sei auf neue Rechnung vorgetragen worden. Damit schlummern in der österreichischen Air-Berlin-Tochter Millionenbeträge, während der Gesamtkonzern seit mittlerweile zwei Jahren ein negatives Eigenkapital ausweist.

Air Berlin - nach Eigenangaben die sechstgrößte Fluggesellschaft Europas - hat im dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Umsatz und Gewinn lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Wie die Gesellschaft mitteilte, betrug das operative Ergebnis (Ebit) 81,4 Mio. Euro nach 74,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 56,2 Mio. Euro. (APA, Reuters, dpa-AFX, dpa)

Verwandte Themen