Fußball: Schweiz landete mit Problemen im Gepäck in Wien

Wien (APA/Si) - Das Schweizer Fußball-Nationalteam plagt sich derzeit mit ähnlichen Problemen, die auch schon im ÖFB-Team für Diskussionssto...

Wien (APA/Si) - Das Schweizer Fußball-Nationalteam plagt sich derzeit mit ähnlichen Problemen, die auch schon im ÖFB-Team für Diskussionsstoff sorgen und sorgten. Zwar schafften die Eidgenossen erfolgreich die Qualifikation für das EM-Turnier in Frankreich 2016. Die Testspiele gegen die EM-Teilnehmer Slowakei und Österreich dienen einigen Teamkickern der „Nati“ aber als willkommene Ablenkung vom Ligaalltag.

Am frühen Mittwochabend landeten die Schweizer in Wien, nachdem sie sich seit Montag in Feusisberg auf die Spiele in Trnava am Freitag bzw. in Wien am Dienstag (20.45 Uhr) vorbereitet haben. Trainiert wird bis dahin auf den Trainingsplätzen des Ernst-Happel-Stadions, in die Slowakei geht es am Matchtag per Bus.

„Für uns wird das Spiel gegen sie eine mentale Herausforderung darstellen. Es geht am Ende des Jahres nochmals darum, alles abzurufen“, sagte Teamchef Vladimir Petkovic über den Vergleich mit den Österreichern. Die ÖFB-Elf schätzte er als „sehr gut“ ein: „Im Kollektiv und auch bei den Einzelspielern.“ Lob gab es für ÖFB-Teamchef Marcel Koller. „Seine Arbeit ist bemerkenswert. Innerhalb von vier Jahren haben sich die Österreicher ein großes Selbstbewusstsein erarbeitet und gefestigt.“

In der Schweiz war die Partie bis dato dennoch ein Randthema. Zum einen beschäftigt die Öffentlichkeit seit Wochen die Personalie Petkovic. Der seit 13 Spielen amtierende 52-Jährige gab erst Montag bei der Teamzusammenkunft offiziell bekannt, die Nationalelf bis zur WM 2018 in Russland betreuen zu wollen. Sein Vertrag läuft wie jener des Schweizers Marcel Koller beim ÖFB vorerst nach dem EM-Turnier aus.

„Ich will als Nationalcoach weitermachen, weil man dieses Team noch weiterentwickeln kann“, betonte Petkovic. Der SFV hatte zuvor durchblicken lassen, bei einem Signal des gebürtigen Bosniers eine Vertragsverlängerung anzustreben. Frühere Wunschkandidaten wie Koller oder der derzeit vereinslose Lucien Favre sollen laut Medienberichten aktuell kein Interesse bekundet haben.

Ein anderes Problemfeld sind viele Schweizer Stammkräfte ohne Stammplatz. Kapitän Gökhan Inler, Kollege von Christian Fuchs bei Leicester City, sitzt seit Wochen nur auf der Bank. Verteidiger Fabian Schär ist bei Hoffenheims Coach Huub Stevens nicht mehr gefragt, Stürmer Josep Drmic kommt bei Mönchengladbach nicht wirklich zum Zug. Mittelfeldspieler Valon Behrami hat sich bei Watford nach einer Roten Karte selbst ins Abseits befördert.

Petkovic stellte zuletzt fest, dass mehrere seiner Schützlinge „ein Problem haben“. Seine einst festgelegten Kriterien, wonach Spielpraxis für die EM-Starter Pflicht ist, wurden deshalb gelockert. Seine Nominierungen für den Ausklang des Länderspieljahres kann man als moralische Aufbauhilfe interpretieren: „Für alle, die uns nach Frankreich gebracht haben - als Dankeschön und Zeichen, dass ich weiterhin an sie glaube.“

Petkovic leistete - vorerst - damit jenen Treueschwur, den schon Koller bei Spielern wie Marc Janko oder Robert Almer ablegte. Dennoch stellte Petkovic auch klar, dass Inler und Co. nicht ewig vom Quali-Bonus profitieren werden können. Nach dem Jahreswechsel rücke die Gegenwart, sprich die EM-Vorbereitung, in den Mittelpunkt. „Wir haben nicht wahnsinnig viel Zeit“, betonte Petkovic.