Pressestimme zu Ankündigung Sloweniens, Grenzzaun zu errichten

Budapest (APA/dpa) - Die linksliberale Budapester Tageszeitung „Nepszabadsag“ kommentiert am Mittwoch die Ankündigung Sloweniens, dem ungari...

Budapest (APA/dpa) - Die linksliberale Budapester Tageszeitung „Nepszabadsag“ kommentiert am Mittwoch die Ankündigung Sloweniens, dem ungarischen Beispiel folgend einen Zaun an der Grenze zu Kroatien zu errichten:

„Die Zaunbauerei erinnert an das Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“, bei dem immer ein Sessel weniger im Raum steht, als es Mitspieler gibt, und bei dem infolgedessen in jeder Runde einer von ihnen ausscheidet. Die Kinder haben viel Spaß dabei, doch wenn ausgewachsene Staaten damit anfangen, darin zu wetteifern, wer am längsten einen Stuhl ergattert, dann ist das das Ende der Gemeinschaft. Dann bleibt jeder Akteur auf sich allein gestellt, und jeder spielt gegen jeden. Wenn wir uns darin fügen, dass das jetzt die Spielregeln sind, dann haben (der ungarische Regierungschef) Viktor Orban weise gehandelt und (der slowenische Ministerpräsident) Miro Cerar rechtzeitig geschaltet. Doch diese Lage ist inakzeptabel. Wir sollten zu erkennen geben, dass wir ein solches Europa nicht wollen. Dass wir keinen Wettbewerb wollen, sondern eine gemeinschaftliche Lösung. Denn der Winter naht, und die wahren Verlierer dieses Spiels werden am Straßenrand erfrieren.“