Tirol

Bei Windenergie ist die Luft bei Regierung und Opposition draußen

(Symbolfoto)
© TT/Andreas Rottensteiner

Der Landtag debattierte über die Energiepolitik der Tiwag und darüber, ob Stillstand bei der Wasserkraft herrscht.

Von Anita Heubacher

Innsbruck – Für die Opposition stand gestern im Landtag die Tiwag für „Bonzentum“ und „Stillstand“, für die Regierung ist der Landesenergieversorger „absolut erfolgreich“ und der Ausbau der Wasserkraft auf gutem Wege.

Die SPÖ hatte die Fragestunde genutzt, um in Erfahrung zu bringen, wohin sich die Tiwag denn entwickeln werde. Die Großprojekte Kaunertal und Sellrain-Silz seien ins Stocken geraten. Die Grünen würden gar „frohlocken“, wenn das Kaunertal nicht käme, meinte SP-Energiesprecher Georg Dornauer. Zuletzt hatte Tiwag-Vorstand Bruno Wallnöfer dem Ansinnen von Schwarz und vor allem Grün, die Geschäftsfelder Sonne und Wind prüfen zu lassen, eine Absage erteilt. Die Regierungsparteien setzen auf die Zeit nach Wallnöfer. Dieser scheidet als Vorstand Ende des Jahres aus. „Fühlen Sie sich ob der Blockadehaltung der Grünen noch wohl?“, meinte Dornauer in Richtung Platter.

„Ich fühle mich sehr wohl, wie Sie sehen“, erwiderte der. Die Tiwag erwirtschafte im Schnitt 100 Millionen Euro pro Jahr Gewinn. Am Oberen Inn entstehe das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) um 461 Millionen Euro. Das Laufwasserkraftwerk bauen Verbund, die Engadiner Kraftwerke AG und die Tiwag zusammen. Die oberste Priorität in der Tiwag sei der Ausbau der Wasserkraft, Sonne sei bei vernünftigen Beteiligungsmodellen denkbar, Wind, wenn überhaupt, nur in Einzelfällen. „Mir sind Gipfelkreuze am Berg lieber als Windräder“, meinte Platter. Vom Winde verweht scheint der Windkriterienkatalog zu sein. Warum der noch immer nicht präsentiert worden sei, wollte SP-Landtagsabgeordneter Thomas Pupp wissen.

Der Grünen-Klubobmann Gebi Mair sah die SPÖ beim Versuch, „einen Keil in die Koalition“ zu treiben. Dies werde aber nicht gelingen. Es brauche einen Mix aus Wasser, Wind und Sonne, um die Energiewende 2050 zu schaffen. Die Tiwag soll nun noch einmal in sich gehen und das grüne Ansinnen prüfen, ob denn Sonne und Wind nicht doch Geschäftsfelder wären.

FPÖ-Parteichef Markus Abwerzger kritisierte, dass die Tiwag zuletzt nur durch „Bonzengehälter“ und ebensolche Pensionen aufgefallen sei. Platter sei ein „Meister im Schönreden der Blockadepolitik der Grünen“. Abwerzger erinnerte an den freiwilligen Rücktritt der grünen Aufsichtsrätin Regula Imhof aus dem Tiwag-Aufsichtsrat. Außer der Privilegiendebatte habe man zuletzt von der Tiwag nichts gehört, meinte auch die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider.

Platter und auch Energielandesrat Josef Geisler (VP) gingen auf die Gehälterdebatte in der Tiwag nicht ein. Seit Herbst 2006 erhält Wallnöfer zusätzlich zu seiner Tiwag-Chefgage von 350.000 Euro brutto 14-mal im Jahr eine Pension als früherer Innsbrucker Magistratsbeamter in Höhe von 4100 Euro netto. Tiwag-Betriebsrat Anton Pertl bekam 9000 Euro im Monat und ein Mandat im Landtag. Das legte er auf Druck zurück. Gestern saß bereits Florian Riedl auf Pertls Stuhl.

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