Simbabwes umstrittener Staatschef Mugabe zu G-20-Gipfel eingeladen

Berlin (APA/dpa) - Simbabwes umstrittener Staatschef Robert Mugabe ist nach deutschen Regierungsangaben als Vorsitzender der Afrikanischen U...

Berlin (APA/dpa) - Simbabwes umstrittener Staatschef Robert Mugabe ist nach deutschen Regierungsangaben als Vorsitzender der Afrikanischen Union zum G-20-Gipfel am Sonntag und Montag im türkischen Antalya eingeladen. Die Afrikanische Union (AU) sei die wahrscheinlich wichtigste politische Vereinigung in Afrika - nach jetzigem Kenntnisstand werde Mugabe auch kommen, hieß es in Diplomatenkreisen am Mittwoch in Berlin.

Der 91-jährige Mugabe hatte das AU-Amt Ende Jänner dieses Jahres übernommen. Der Vorsitz rotiert jährlich zwischen den 54 Mitgliedstaaten und sieht hauptsächlich repräsentative Aufgaben vor. Wegen Wahlbetrugs und schwerer Menschenrechtsverletzungen begann die Europäische Union 2002 Sanktionen gegen Simbabwe zu verhängen. Inzwischen sind die Beziehungen weitgehend normalisiert. Gegen Mugabe und seine Frau Grace besteht aber weiterhin ein EU-Einreiseverbot.

Mugabe ist seit über drei Jahrzehnten in Simbabwe an der Macht und regiert mit harter Hand. Die Wirtschaft liegt brach, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Bei der Unabhängigkeit von Großbritannien 1980 galt das Land noch als die Kornkammer des südlichen Afrikas. Eine von Mugabe durchgesetzte Landreform, die das Land weißer Großgrundbesitzer zu Anfang des Jahrtausends auf schwarze Bauern umverteilte, führte zum Einbruch der Produktion.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) tagen am Sonntag und Montag in Antalya. Die türkische G-20-Präsidentschaft habe dazu insgesamt sechs Länder als Gäste eingeladen, darunter das permanente Gastland Spanien sowie Aserbaidschan, hieß es in Berlin. Das Außenministerium in Ankara spricht mit Blick auf die bilateralen Beziehungen zu Aserbaidschan von „einer Nation, zwei Staaten“. Den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinen aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Aliyac eint ihre Gegnerschaft zu Armenien.