Salzburger wegen Handels mit illegalen Doping-Substanzen vor Gericht

Salzburg/Freilassing (APA) - Ein ehemaliger Kraftsportler aus Salzburg soll ein illegales Wachstumshormon-Präparat in den Jahren 2011 und 20...

Salzburg/Freilassing (APA) - Ein ehemaliger Kraftsportler aus Salzburg soll ein illegales Wachstumshormon-Präparat in den Jahren 2011 und 2012 in der Bodybuilder-Szene gewinnbringend weiterkauft und damit gegen Paragraf 22 des Anti-Doping-Bundesgesetzes (ADBG) verstoßen haben. Doch der 48-jährige Tauchlehrer beteuerte am Mittwoch bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg vor Strafrichter Philipp Grosser seine Unschuld.

Konkret geht es um 13,2 Kilogramm Somatropin. Diese anabole Substanz wird wegen seiner muskelbildenden Eigenschaft häufig missbräuchlich verwendet. Das Arzneimittel, das auf der Referenzliste der Gruppen verbotener Wirkstoffe steht, soll der Salzburger laut Strafantrag gemeinsam mit in Deutschland strafrechtlich verfolgten Mittätern über das Internet bezogen haben. Die Ware soll nach Freilassing (Bayern) geliefert worden sein.

„Es gibt keine Beweise. Mein Mandant ist unschuldig und wird freizusprechen sein“, betonte Verteidiger Franz Essl. „Faktum ist: Er hat nichts verkauft und nichts bestellt. Von seiner Frau wurden Kosmetika und Schlankheitsmittel gekauft.“ Der Angeklagte erklärte dann selbst, dass er fälschlicherweise beschuldigt werde. „Ich war daran nicht beteiligt. Ich habe auch als Abnehmer mit Wachstumshormonen nichts zu tun gehabt. Nur dumme Menschen bestellen im Internet diese Medikamente. Wenn ich das injiziere, kann man am nächsten Tag tot sein“, wies er auf die Gefährlichkeit des Wirkstoffes Somatropin hin. Er kenne auch die genannten Mittäter nicht, sagte er zum Richter.

Mit dem Kraftsport habe er bereits im Jahr 2007 wegen einer Wirbelsäulenschädigung aufgehört, schilderte der Beschuldigte. Er könne sich erinnern, dass er per Mail eine Testosteron-Suspension in Bulgarien bestellen wollte, um die Ausdauer beim Radfahren zu erhöhen. Diese Substanz habe er aber nie erhalten. Der Richter wollte von dem Angeklagten zudem wissen, was es mit einer Acht-Kilogramm-Lieferung nach Freilassing auf sich habe. „Da waren Bremsscheiben drinnen für einen Oldtimer, den ich restauriert habe“, antwortete der Salzburger. Er habe die Ersatzteile im Internet bestellt.

Der Richter zitierte auch noch aus einem Akt eines Strafverfahrens in Deutschland, bei dem der 48-Jährige von einem angeklagten mutmaßlichen Mittäter belastet wurde. „Die Beweisergebnisse weisen daraufhin, dass ein Untergrundlabor im Großraum Freilassing von Ihnen betrieben worden wäre. Wir werden diesen Mann als Zeugen laden“, sagte Grosser. Doch der Salzburger erklärte, er kenne den „schwer kokainabhängigen“ Mann nicht und er habe auch kein Untergrundlabor betrieben. Zu Beginn des Prozesses hatte der Beschuldigte private Schulden in Höhe von rund 500.000 Euro aus seiner Vorstandstätigkeit bei einem oberösterreichischen Fußballverein angegeben.

Die Verhandlung wird heute zur Einvernahme von etwa sechs Zeugen vertagt. Im Falle eines Schuldspruches droht dem mehrfach vorbestraften Angeklagten bis zu fünf Jahren Haft.