Aliyev-Prozess 2 - Rechtsmittel der Privatbeteiligten noch offen

Wien (APA) - Nach dem „Rückzieher“ der Staatsanwaltschaft Wien sind im Aliyev-Prozess noch die Rechtsmittel der Privatbeteiligten- Vertreter...

Wien (APA) - Nach dem „Rückzieher“ der Staatsanwaltschaft Wien sind im Aliyev-Prozess noch die Rechtsmittel der Privatbeteiligten- Vertreter offen. Die Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner (LGP), die die Interessen der Witwen der getöteten Banker vertritt, hatte gegen die Entscheidung des Gerichts ebenso Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt wie der Rechtsvertreter des Vaters eines Bankers.

„Zumindest die Staatsanwaltschaft hat erkannt, dass das Strafverfahren sinnlos ist“, reagierte Verteidiger Walter Engler, der Vadim Koshlyak vertritt, auf die jüngsten Entwicklungen. Bedauerlich sei, dass die Anklagebehörde diese Einsicht erst nach siebenjährigen Ermittlungen erlange, meinte der Anwalt im Gespräch mit der APA.

Engler hatte gegen die zweijährige teilbedingte Freiheitsstrafe für seinen Mandanten ebenfalls Rechtsmittel eingelegt. Fraglich ist, ob er diese nun ausführen wird. Er müsse das erst mit seinem Mandanten besprechen, sagte Engler.

Rakhat Aliyev, der in der gegenständlichen Causa als Hauptangeklagter vor Gericht gestanden wäre, war Ende Februar 2015 kurz vor der Hauptverhandlung tot in seiner Zelle in der Justizanstalt Wien-Josefstadt aufgefunden worden. Die Justiz ging - unter anderem gestützt auf eine ausführliche Expertise eines Schweizer Rechtsmedizinischen Instituts - von Selbstmord aus.