Kardinalsekretär Parolin: „Skandal kann positive Folgen haben“

Vatikanstadt (APA) - Die jüngsten Enthüllungen über Misswirtschaft im Vatikan sind ein Angriff auf die Kirche, aber sie können positive Folg...

Vatikanstadt (APA) - Die jüngsten Enthüllungen über Misswirtschaft im Vatikan sind ein Angriff auf die Kirche, aber sie können positive Folgen haben. Das sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Gespräch mit Radio Vatikan.

Die Berichte über finanzielle Missstände im Vatikan bezeichnete Parolin als „Attacken auf die Kirche“. „Sie können sich aber zum Guten wenden, wenn wir sie mit jenem Geist der Umkehr und der Rückkehr zum Evangelium aufnehmen, die der Herr uns abverlangt“, sagte Parolin.

Auf die Frage, ob es im Vatikan Widerstände gegen den Reformkurs des Papstes gebe, sagte Parolin, Änderungen seien immer schwierig, weil es eine gewisse Trägheit im Alltag zu überwinden gelte. Der Kardinalstaatssekretär sprach sich dafür aus, Widerstände dieser Art „konstruktiv anzugehen, so dass sie sich verändern können“. Im Grund hätten alle den Wunsch einer Änderung zum Besseren: „Jene Besserung, um die der Papst selbst die Kurie gebeten hat.“

Wegen der Entwendung der Dokumente über die Finanzlage des Vatikan war vor zehn Tagen der spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda festgenommen worden, der sich seitdem bei der vatikanischen Gendarmerie in Untersuchungshaft befindet. Ermittelt wird auch gegen die PR-Beraterin Francesca Chaouqui. Die beiden werden beschuldigt, den Investigativjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi heikle Dokumente über Missstände und Veruntreuung von Spendengeldern in der Kirche zugespielt zu haben. Die Sachbücher der beiden Journalisten wurden vergangene Woche veröffentlicht.