Klettern

Schuberts Traum vom Meisterwerk

© Kalteis/Gellner

Tirols Kletter-Ass Jakob Schubert blickt gespannt auf das Vorstiegs-Weltcup-Finale am Samstag in Kranj (SLO).

Von Roman Stelzl

Innsbruck –Von Jakob Schubert Tipps fürs Klettern zu holen, scheint naheliegend. Der 24-jährige Innsbrucker zählt zu den besten Athleten seines Sports, am Samstag und Sonntag kämpft er im slowenischen Kranj um seinen dritten Gesamtweltcupsieg im Vorstiegs-Weltcup.

Das alleine ist Visitenkarte genug für einen guten Ratgeber, vor allem, was das Thema Wettkampfvorbereitung betrifft. Zumindest ist das die Theorie. In der Praxis dürfte folgender Tipp verwundern: Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Wettkampf – und dann wandert Schuberts Zeigefinger bei der Frage nach der optimalen Vorbereitung auf ein 202 Meter hohes Gebäude mit Glasfassade.

Es galt, 202 Meter Glasfassade am Millenium Tower zu bewältigen..
© Kalteis/Gellner

Die erste Antwort wäre wohl ein Kopfschütteln, Ärger oder das Zugeständnis eines gewissen Grades an Verrücktheit. Und weil das Ausnahmekönnen Schubert keiner ganz absprechen kann, ist der Ratschlag Realität: Kurz vor den letzten beiden Weltcup-Stationen bestieg der Weltmeister von 2012 vor wenigen Wochen als Erster den Millenium Tower in Wien.

202 Meter galt es von unten bis oben immer an der Glasfassade entlangzuklettern. Scharfe Griffe machten den Einsatz von Handschuhen und Tapes nötig. Danach wartete die Spitze des Turmes – und dort war in luftiger Höhe noch Zeit für ein Selfie.

„So etwas habe ich davor noch nie gemacht. Ich bin stolz darauf, dass es gleich beim ersten Mal geklappt hat“, erzählt Schubert. Seinen Auftritt gibt es als Teil der Doku-Reihe „Bergwelten“ auch noch online zu bewundern (www.servustv.com).

... bis zum Selfie ganz oben. Das Video gibt es auf www.servustv.com.
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Am Ende war es ein kurzer Ausflug in die Welt des Gebäudekletterns, die Abwechslung zum geradlinigen Weltcup-Geschäft, das am Samstag ins Finale führt.

Als Vorbereitung taugte der Millenium Tower nur bedingt: Rang fünf zuletzt in Wujiang (CHN) minderten die Chancen – Vorjahressieger Schubert liegt derzeit auf Rang drei der Gesamtwertung, der Rückstand beträgt 22 Punkte. Da aber ein Event aus der Wertung fällt, fehlen gar 26 Zähler auf Gautier Supper (FRA) und 25 auf Adam Ondra (CZE). Gewinnt Schubert und wird keiner der beiden Kontrahenten Zweiter, dann ist er Gesamtweltcupsieger.

„Ich muss auf jeden Fall gewinnen, dann stehen die Chancen ganz gut“, sagt Schubert. Überstanden ist dafür schon mal die Grippe nach dem Finnland-Ausflug (Rang zwei bei der Northern Light Challenge). „Kranj taugt mir, ich fühle mich gut“, ergänzt Schubert. Dieses Mal wartet eine Wand, nicht ein ganzes Gebäude. Vielleicht macht das die Sache ja leichter.

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